Die Beziehung zwischen Mensch und Katze

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Christiane 57

Die Beziehung zwischen Mensch und Katze

#1

Beitrag von Christiane 57 » Di 19. Jul 2011, 18:38

"Wenn ich mit meiner Katze spiele, wer kann da sagen wer zu wessen Belustigung dient?"

Diese Frage soll sich im 16. Jahrhundert bereits der französische Politiker und Philosoph Michel de Montaigne gestellt haben. In dem bereits 2007 abgeschlossenen Forschungsprojekt "Human-cat interactions" untersuchten Kurt Kotrschal und sein Team an der Universität Wien und Konrad-Lorenz-Forschungsstelle Verhaltensweisen und Interaktionsmuster beim Umgang zwischen Katze und Mensch. Nun wurden die Ergebnisse im Fachjournal "Behavioural Processes" erstmals veröffentlicht.


KLICK
Factors-Influencing-The-Temporal-Patterns-Of-Dyadic-Behaviours-And-Interactions-Between-Domestic

Im Mittelpunkt der Studie stand die Frage,ob individuelle und soziale Faktoren die zeitliche Strukturen von Verhalten und Interaktionen zwischen Katzenhalte und ihren Tieren bestimmen.

Es wurden Geschlecht,Alter und Persönlichkeit von Katze u. Besitzer sowie die Dauer des Zusammenlebens untersucht.

Daraus zeigt sich,dass das Verhalten und die Interaktionen in Mensch-Katze-Dyaden in bestimmt Zeitmuster gegliedert sind,deren Anzahl und Komplexität sowohl von den Personen-als auch von den Katzenmerkmalen beeinflusst wird.

Es ist anzunehmen,dass die zeitlichen Muster von Verhalten und Interaktionen in komplexen Langzeit -Beziehungen ähnlich aufgebaut sind,inklusive Mensch-Mensch Dyaden.

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elmo
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Re: Die Beziehung zwischen Mensch und Katze

#2

Beitrag von elmo » Di 19. Jul 2011, 19:13

Frau Professor, was ist eine "Mensch-Katze-Dyade"?

Liebe Grüße
Andrea

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Joyce&Luna
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Re: Die Beziehung zwischen Mensch und Katze

#3

Beitrag von Joyce&Luna » Di 19. Jul 2011, 19:29

Ist das nicht eine Zweierbeziehung in dem Fall zwischen Katze und Mensch?

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Christiane 57

Re: Die Beziehung zwischen Mensch und Katze

#4

Beitrag von Christiane 57 » Di 19. Jul 2011, 19:39

Sorry ,war am Telefon
Der Begriff Dyade bezeichnet eine intensive Zweierbeziehung, meist Zweierbeziehung innerhalb einer Familie.
Und dazu gehören eben "weitläufig" auch unsere Tiere

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Re: Die Beziehung zwischen Mensch und Katze

#5

Beitrag von elmo » Di 19. Jul 2011, 19:47

Dankeschön.

Liebe Grüße
Andrea

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Christiane 57

Re: Die Beziehung zwischen Mensch und Katze

#6

Beitrag von Christiane 57 » Di 19. Jul 2011, 19:55

Bitteschön. :wink:

Wir leben ja auch in einer engen Beziehung mit unseren Tieren,das ist doch unbestritten .
Vielleicht nicht alle,jedoch die meisten .
Mit den Jahren der Zusammengehörigkeit kennt jeder die Macken des Anderen,und ich finde das kann man auf Tier /Mensch Beziehung übertragen.
Bist du da anderer Meinung?

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No-Name

Re: Die Beziehung zwischen Mensch und Katze

#7

Beitrag von No-Name » Di 19. Jul 2011, 21:51

Christiane 57 hat geschrieben:Bitteschön. :wink:

Wir leben ja auch in einer engen Beziehung mit unseren Tieren,das ist doch unbestritten .
Vielleicht nicht alle,jedoch die meisten .
Mit den Jahren der Zusammengehörigkeit kennt jeder die Macken des Anderen,und ich finde das kann man auf Tier /Mensch Beziehung übertragen.
Bist du da anderer Meinung?
deiner Meinung christiane, absolut!
Ja, ich gehöre auch dazu,
meine Beziehung zu meinen Tieren ist sehr stark.
ich kenne die Macken aller meiner Fellchen,
Auch erkenne ich im Dunklen, wer neben mir liegt, anhand des Felles
oder Schurrens oder deren Laute.
Ganz ehrlich, die Macken meiner Katzen sind mir viel lieber. :lol:

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Rafael
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Re: Die Beziehung zwischen Mensch und Katze

#8

Beitrag von Rafael » Mi 20. Jul 2011, 02:37

hmm. Ich muss mir das mal genauer ansehen, bin aber erstmal skeptisch.

"Die wichtigsten Faktoren zur Beeinflussung der Muster waren die Persönlichkeit von BesitzerIn und Katze, das Geschlecht der KatzenhalterInnen sowie das Alter der Katze."
Interssanterweise aber nicht die Dauer des Zusammenlebens...

Das sind fast alle Faktoren, die ueberhaupt beruecksichtigt wurden, wenn ich das aufs erste Lesen richtig verstanden habe. Nun ist Soziale Kognition einer der komplexesten und kompliziertesten Bereiche ueberhaupt (und auch in der Kognitionsforschung). Wir (und unsere Tiere) interagieren auf allen moeglichen Ebenen, viele davon sind unbewusst (Koerpersprache). Selbst wenn das Ergebnis gewusst verarbeitet wird ("irgendwas stimmt hier nicht mit dem Typ, dem Schauspieler in dem Film usw.") lassen sich sie sich sehr sehr oft nicht verbalisieren (wir koennen nicht sagen, was verkehrt/falsch ist... aber irgendwas ist "verkehrt", der Schauspieler "nicht echt"). Wie man die auseinander droeseln kann , und wie sie einander beeinflussen, wird aktuell untersucht - und Wissenschaftler strewiten heftig darueber. :engteu

All diese unbewussten oder teilbewussten Ebenen werden offenbar in der Untersuchung nicht getestet, wenn ich das richtig verstehe. Videoaufnahmen, die hinterher sprachlich "uebersetzt" werden (so wird es ueblicherwise in diese qualitativen Studien gemacht), sind kein besonderes gutes Hlfsmittel fuer so etwas.
Einer der Grundparameter (Charakter der Katze) wird z.B rein aus Befragung gewonnen...
Was ist zum Beispiel mit enem anderen Faktor: der Vertrautheit mit der Korpersprache und dem Umgang mit Katzen bei den Halterinnen. Offenbar nicht abgefragt (muesste man aber i Detail ansehen in der Studie selbst)... Intuitiv wuerde man sagen, ein entscheidender Faktor, und wird die Charakterbeschreibung beeinflussen, wie auch das Verhalten in den T-Aktionen...es macht enen riesigen Unterschied ob ich seit 20 Jahren Katzen habe oder seit 3Wochen meine erste, und nie zuvor viel mit Katzen Kontakt hatte..
Das ist aber nicht dasselbe (als Faktor) wie die Dauer der Zusammenlebens mit der Katze, die getestet wird. (Das wurde abgefragt).

Es wuerde Sinn machen was da herauskam ale Ergebnis (intuitiv) aber methodisch bin ich nicht so sicher, und fuer eine wissenschaftlce These brauchts eben doch etwas methodische Sauberkeit.

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Christiane 57

Re: Die Beziehung zwischen Mensch und Katze

#9

Beitrag von Christiane 57 » Mi 20. Jul 2011, 10:05

Guten Morgen

Ich hatte gelesen dass die Dauer des Zusammenlebens keinen Einfluss auf die Anzahl oder Komplexität hatte.
Was mich eigentlich sehr wundert,denn erst in einem längeren Zusammenleben dürfte es zu diesem besagten Muster kommen.
Beim Hund scheint die Beziehung ähnlich aufgebaut zu sein.

Ich geh mal von meinen Tieren aus-mit denen ich sehr viele Jahre zusammengelebt habe .
Aus meiner Sicht > die Liebe zu meinem Tier kam sofort zu Stande,die Vertrautheit und das kennenlernen,das dauerte und hatte sich über Jahre immer mehr gefestigt und daraus resultiert bei mir die Tier-Mensch Beziehung.

Durch das gegenseitige Beobachten,auf einander zugehen,kommt denke ich- das erst zustande.
Man darf nur eines nicht machen und das wäre die Vermenschlichung des Tieres.Und da haben die Menschen immer so die kleinen Probleme finde ich.

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Rafael
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Re: Die Beziehung zwischen Mensch und Katze

#10

Beitrag von Rafael » Mi 20. Jul 2011, 16:51

Genau das hatte ich mich auch gefragt. Diese Dyade, meint das eine persoenliche individuelle Beziehung zwischen zwei Lebewesen (so denkt man, und so liest es sich in den Zusammenfassungen und dem Artikel), oder nur die generelle Beziehung zu einer Spezies. Im letzteren Fall macht der Test mehr Sinn. Als Beispie fuer ein T-pattern " wiederkehrenden zeitlich strukturierten Muster" nach denen sie suchen, kommt dieses: "Ein komplexes Interaktionsmuster wäre beispielsweise folgende Situation: Die Katze steht, der Besitzer spricht, die Katze miaut und geht um das Bein des Besitzers, der die Katze daraufhin streichelt".
Dieses Verhalten wird man aber bei fast jedem/r Katzenliebhaberin finden (auch genenueber fremden Katzen), und vielen Katzen, die Menschen gewohnt sind. Welcher Katzenhalter streichelt nicht eine fremde Katze, die ihn, nachdem angeredet, anmauzt und um die Beine streicht. Dazu braucht es keine "persoenliche dyadische Beziehung", nur etwas Sympathie fuer Katzen und vielleicht minimale Erfahrung mit ihnen.
Dann macht auch Sinn, dass das Alter der Katze eine Rolle spielt, das geht oft einher mit Erfahrung, wie man uns Menschen zu nehmen hat (um zu bekommen was Katze will).

Wenn sie nun die Haeufigkeit der T-patterns (also standardisierte komplexe dynamische Verhaltensablaeufe) zwischen Besitzer und Katze messen, was genau messen sie da? Ich glaube nicht unbedingt, dass es die Intensitaet der individuellen Bindung eines bestimmten Menschen zu einer bestimmten Katze ist.

Anders gesagt, dann haben sie in ihrer Studie keine individuelle Tier-Mensch Beziehung untersucht sondern nur allgemeine Intensitaet der Bindung von Katzenbesitzern an Katzen, basierend auf typischen Katzenverhalten Menschen gegenueber. Und dies Verhalten ist komplexer und standardisierter bei aelteren Katzen, und bei Frauen mehr ausgepraegt als bei Maennern. So die Schlussfolgerung.

Ich bin nicht ueberrascht... 8)
(Aber ich wuesste gern, wieviel Geld n die Studie "versenkt" wurde.) :twisted:

Rafael

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