Ich finde das ebenfalls absolut nervig. Bei Kindern (selbst Saueglingen), wie Tieren. Zumal auch bei Menschlichen Saeuglingen die Sprachentwicklung darunter leidet, hat man gezeigt. (Wie soll ein Mini auch Satzbau und Grammatik lernen, wenn er nur mit 1 und 2 Wortsaetzen adressiert wird.) Ich spuere fast Aggressionen in mir aufsteigen, bei dem "Oh dei Du dei, Du mein Baby, was ein suuueeesses Kaetzchen". Beim Extrem-Lob mache ich allerdings was die Tonhoehe eine Ausnahme (aus den genannten) Gruenden, die die Stimme ist nicht gequitscht, aber leicht hoeher. Hoeher heisst eben auch viel viel Aufmerksamkeit, und da stehen die Katzen (und Voegel) sehr drauf. Babysprache gibt es aber auch dann nicht.ich habe mal gelesen, dass man dieses Heben der Stimme automatisch bei Babys macht, weil diese es als angenehmer empfinden als tiefe Stimmen. Ist also anscheinend genetisch einprogrammiert.
Nervig ist es allerdings, wenn Menschen in dieser Tonlage auch noch mit Kindern reden, die schon älter sind und selbst sprechen können - oder halt mit Tieren.
Dasselbe gilt fuer alle die Ausstattungen, die andere Menschen mit Kindern machen (Kleidung, Huetchen, oder Naegel lackieren), wenn sie Deko sind, und nicht nur kurz "for fun".
(Wobei ich gestehe, ich habe schon ueberlegt, den Katzen die Naegel zu lackieren, so dass man direkt sieht, dass sie keine Streuner/ferals sind, falls sie durch einen dummen Zufall raus geraten. Das war, als ich gelernt habe, dass die Chips oft nicht ausgelesen werden, und ein Tier hier durchaus in der killing line enden kann, weil man vergessen hat zu gucken. Und schwubs ist es leider tot. Aber das haette einfach einen praktischen Zweck gehabt, das Lackieren. Gemacht habe ich es nicht. Wenn es etwas sichtbar am Tier anzubringedes gaebe, das nicht potentiell gefaehrlich oder laestig fuer das Tier ist, waere ich aber durchaus interessiert.)
Mit Tieren sprechen ala Anke "Runter da, junger Mann, sonst gibt es Aerger" finde ich normal. Sie verstehen nicht die Worte, aber den Sinn durchaus.
Wenn Menschen Tiere ueber Menschen stellen, und sie zum einzigen Mittelpunkt und Wichtigsten im Leben werden, denke ich, da laeuft etwas gewaltig schief (worunter das Tier aber vermutlich nicht leidet.) Ich liebe meine Tiere sehr, aber sie sind eben Tiere - und sollen es bleiben (duerfen), kein Partner oder sozialer Ersatz, Kinderersatz oder sonst etwas in der Richtung.
Als stolze Besitzerin von Mr. George Green stoert es mich natuergemaess dagegen gar nicht, wenn Herr und Frau im Namen ist. Das ist fuer mich keine Vermenschlichung, sonderm einfach eine Anspielung in diesem Fall (in diesem Fall auf das Autodidaktentum und das "sich selbst in ein neues Leben entwerfen", dass GJs Leben umgekrempelt hat.)
Aber auch ohne solche engen Bezuege stoeren mich Menschennamen nicht. Meinen Lieblingskater unter den Verwilderten, der extrem zurueckhaltend, im Hintergrund agierend, dabei aber irgendwie doch "feinfuehlig" ist habe ich spontan "Lennie" getauft, nachdem gerade im Radio eine Sendung ueber ein Vorspielen fuer eine Solorolle unter Leonard Bernstein lief, und "Lennie" den armen Pianisten sich 2h warmspielen liess, waerend er im Hintergrund im dunklen Saal zuhoerte. As der Mensch endlich frustriert gehen wollte, weil Lennie offensichtlich nicht mehr kam, lernte er, dass er die Rolle bekommen hat und unwissendlich seit 2h vorspielte.
Der Hund eines bekannten USSprachphilosophen heisst Frege (Gottlob Frege war ein Logiker, der die Sprachphilosophie sehr vorangebracht hat). Wie klug der Hund ist (oder war), weiss ist nicht. Ich empfinde das nicht als Vermenschung, sonder als witzig. Das ist es vermutlich aber nur, wenn man weiss, dass Frege eine Unterscheidung eingefuehrt hat, die auch Implikationen hat dafuer, welche intelligenten Faehigkeiten Hunde etc. haben koennen. [size=85](Und natuerlich ist es rhetorisch ein kluger Zug, wenn Frege als Beispiel fuer irgendein Verhalten eingebracht wird, sind alle wieder wach.)[/size]
Die Sache mit dem Futter stoert mich auch nicht wirklich, jedenfalls nicht als "Vermenschlichung". Vielleicht,weil ich es nicht so sehr fuer Vermenschlichung als fuer "nicht nachgedacht" halte, und automatisch angenommen, was gut ist (fuer uns), ist generell gut. Das finde ich ein bisschen dumm, aber nicht wirklich schlimm.
Rafael
