Katzensenioren

Wenn Katzen in die Jahre kommen... was kann ich noch für meine Katzen tun
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Christiane 57
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Katzensenioren

#1

Beitrag von Christiane 57 » So 10. Jun 2018, 19:32

Ergrauende Katzen sind nicht gleich krank. Vielmehr können sie auch im fortgeschrittenen Alter eine hohe Lebensqualität genießen, wenn Mensch und Tier die letzten Lebensjahre als natürliche Phase eines Daseins akzeptieren können und das Wohlfühlen im Mittelpunkt steht.
Die Oldies unter den Fellbüscheln verstehen es nur zu gut darauf, wie sie sich die letzten Jahre so angenehm wie möglich machen können.
Dazu gehört natürlich auch, dass der Dosenöffner die veränderten Bedürfnisse seines Seniors versteht und tatkräftig darauf eingeht.
Eine alte Katze sollte ständig beobachtet werden, denn schnell können ernsthafte Erkrankungen als Altersschwäche missinterpretiert werden.


Pflege und Unterstützung in den letzten Lebensjahren und –Monaten gewährleisten
Das hohe Alter einer Katze kann grundsätzlich in zwei Phasen eingeteilt werden: Das Seniorenalter und die Geriatrische Phase.
Im Seniorenalter von 10-14 Lebensjahren sieht man dem Stubentiger an, dass er nicht mehr zu den Jüngsten zählt. Schon in diesem Alter benötigten viele Katzen die Unterstützung des Menschen bei der Fellpflege, dem Nahrungsmanagement oder einer angepassten Wohnumgebung.
Die Geriatrische Phase beginnt etwa ab dem 16. Lebensjahr, die Katze ist nun ca. 75-100 vergleichbare Menschenjahre alt. Die Hälfte dieser Senioren weist viele Anzeichen für den fortschreitenden Alterungsprozess auf, ein Miteinander kann mitunter sehr schwierig werden.
Auch wenn die Katze äußerlich noch sehr agil wirkt, so sind altersbedingte Krankheiten bei den meisten Senioren vorprogrammiert. Chronische Erkrankungen von Herz, Niere oder Schilddrüse, aber auch Diabetes, Demenz und Senilität verursachen Verhaltensveränderungen, welche vom Dosenöffner als solche erkannt werden sollten. Nächtliche Schreiattacken, Desorientiertheit ob der Demenz und Senilität, all das macht den Oldie zu einem Pflegefall, dessen sich ein Katzenfreund annehmen sollte. Eine Katze ist nicht nur Freund und Partner während der schönen, jungen Jahre, sondern sollte auch als solcher behandelt werden, wenn die Annehmlichkeiten des Zusammenlebens vorbei sind und das Tier menschliche Unterstützung benötigt.


Veränderungen im Alter
Sinnesorgane

Im geriatrischen Alter kommt es sehr häufig vor, dass der Oldtimer nicht mehr alle Sinne so nutzen kann wie gewohnt. Er wird schwerhörig, läuft gegen Möbel und ihm schmeckt das Futter nicht mehr. Durch die Verminderung der äußeren Eindrücke wirkt die Katze zeitweise wie entrückt und Reaktionen können oft nur noch durch eine direkte und eindrückliche Motivation entlockt werden.


Sauerstoff- und Flüssigkeitsmangel

Besonders der Flüssigkeitsmangel setzt unseren alten Stubentigern immer mehr zu. Da der Flüssigkeitshaushalt nicht ausreicht, um das Blut zu verdünnen, werden die Gefäße des Körpers und der Organe schlecht bis gar nicht durchblutet. Doch auch Sauerstoffmangel kann gravierende Veränderungen herbeiführen. Nervenzellen und Sinnesorgane funktionieren nicht mehr einwandfrei, die Wege vom Geschehen bis zum Begreifen hin zur Reaktion werden immer länger.


Gewichtsverlust

Wenn der Appetit immer kleiner und auch der Geschmackssinn nicht mehr so richtig mitspielt, kann das zwar noch im natürlichen, altersbedingten Rahmen liegen, doch eine radikale Gewichtsabnahme ist besonders in hohem Alter ungünstig. Der Körper der alten Katze kann die ihm dargebotenen Nährstoffe nicht mehr so gut verwerten wie in jungen Jahren, obwohl der Energiebedarf eines Seniors zunimmt. Manchmal hilft es schon, dem Stubentiger abwechslungsreichere Kost anzubieten, um den Appetit wieder anzuregen. Aber ganz egal, wie alt die Katze ist, bei einem sichtbaren Gewichtsverlust sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden, da dies nicht nur eine Alterserscheinung ist, sondern auch auf chronische Erkrankungen zurückzuführen sein kann. Wer glaubt, er könnte einen Gewichtsverlust nicht mit freiem Auge sehen, der sollte seinen Oldie regelmäßig wiegen und ein Tagebuch schreiben. Abweichungen werden immer wieder da sein, doch ein rapider oder großer Gewichtsverlust sticht sofort ins Auge, sodass der Katze geholfen werden kann. Eine Berechnung in Prozenten ist hier sehr sinnvoll, da 500 g für uns Menschen wenig erscheint, während bei einer 5 kg Katze dieselben 500 g unglaublichen 10 % ihres Körpergewichts entsprechen.


Psychische Veränderungen

Besonders die Psyche ist bei alternden Katzen nicht außer Acht zu lassen. In dem Maße, in dem der Körper verwelkt, sinkt auch die Fähigkeit des analytischen und kognitiven Denkens. Auch die Desorientierung durch Demenz oder Senilität wirkt auf den Vierbeiner irritierend, was wiederum verstärkte Aggressionen hervorrufen kann. Wer früher seinen Liebling mit einem ruhigen „Geh da runter“ vom Küchentisch vertreiben konnte, der steht früher oder später möglicherweise vor dem Moment, in dem dies nicht mehr funktioniert. Stattdessen bleibt der kleine Racker stur sitzen und starrt einen lange an. Bei dieser Einschätzung ist jedoch Vorsicht geboten: Nicht Sturheit oder Hartnäckigkeit sind hier die ausschlaggebenden Probleme in der Kommunikation. Der kleine Racker ist einfach alt und kann die Informationen nur noch sehr langsam – oder auch gar nicht mehr – verarbeiten.

Verändern sich auch die Lebensgewohnheiten des Katzenseniors, dann muss das aber nicht zwingend an einer psychischen Veränderung liegen. Liegt der Stubentiger nicht mehr an seinem gewohnten Platz, spielt nicht mehr aktiv und schläft viel, dann ist es an der Zeit, einen Tierarzt zu konsultieren, um den Kleinen auf eventuelle Schmerzen oder Erkrankungen checken zu lassen.


Krankheiten im hohen Alter
Folgende Krankheiten können bei alten Katzen häufiger auftreten als bei jüngeren Tieren.

Diabetes mellitus - Zuckerkrankheit
Hyperthyreose - Schilddrüsenüberfunktion
Tumorerkrankungen - Malignes Lymphom, Fibrosarkom, Plattenepithelkarzinom, Meningiom
Nierenerkrankungen - chronische Erkrankung
Bluthochdruck
hypertensive Retinopathie - Netzhautloslösung aufgrund von Bluthochdruck
Gelenkserkrankungen - degenerativ, Osteoarthritis
Zahnerkrankungen

Wie kann ich helfen?

Beobachte deine Katze von früh bis spät und vergleiche ihr Verhalten mit dem in jüngeren Jahren.
Bei augenscheinlichen Veränderungen sollte der Stubentiger gleich dem Tierarzt vorgestellt werden, welcher dann aufgrund deiner gesammelten Informationen auf altersbedingte Krankheiten untersucht. Egal, unter welcher Krankheit dein vierbeiniger Freund leidet, die schönste Art, ihm seine Treue und Liebe zurückzuzahlen ist jetzt für ihn da zu sein. Hilf deiner Katze beim Verrichten sonst selbstverständlicher Handlungen wie dem Gang zur Toilette, lasse nächtliches Miauen auf Schmerzen oder Bluthochdruck untersuchen und lege ihr, sollte sie frieren, eine Wärmedecke bereit, in die sie sich kuscheln kann.
Das Wichtigste ist jetzt, dass du deine Katze und ihre Veränderungen verstehen lernst. Fühle dich in sie hinein, unterstütze sie, wenn sie verwirrt erscheint und sieh zu, dass sie genug frisst und trinkt. Halte immer Kontakt zu ihr und schenke viel Zuwendung, denn sie wird sich nun einen Bezugspunkt suchen.
Auch die Fellpflege kann für deinen langjährigen Freund eine willkommene Abwechslung und ein wichtiger sozialer Kontakt sein. Richte ihr einen schönen, leicht erreichbaren Schlafplatz ein und nutze die Hilfe von Pheromonen und Nahrungsergänzungsmitteln, um sie optimal fit und beruhigt zu halten.
Die Gabe von Medikamente und Infusionen sollten immer vom Tierarzt abgesegnet sein, er wird dir auch zeigen, wie du diese verabreichst.

Was sind deine Erfahrungen mit alternden Katzen?

Hast du schon eine alte Katze durch ihre letzte Zeit begleitet? Wie hat sich das hohe Alter deiner Katze bemerkbar gemacht und wie bist du damit umgegangen? Katzenbesitzer, die gerade in dieser Situation stecken, danken es dir, wenn du gute Ratschläge, Erfahrungen und vielleicht auch die ein oder andere lustige Geschichte erzählst.


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Grüße
Christiane

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