Zuverlässigkeit / Aussagekraft von FIV / Leukose und FIP Test

Innere Krankheiten und Verletzungen der Katze
Benutzeravatar
Caro
Mitglied
Beiträge: 1507
Registriert: Mi 16. Jan 2013, 21:12
Sagst du uns deinen Vornamen?: Susanne

Zuverlässigkeit / Aussagekraft von FIV / Leukose und FIP Test

#1

Beitrag von Caro » Fr 2. Okt 2015, 18:30

Hallo ihr Lieben,

im Bekanntenkreis haben wir immer wieder über den Sinn von FIV / Leukose und FIP Test bei erwachsenen Katzen diskutiert.

Mich würde mal interessieren:

wie schätzt ihr die Zuverlässigkeit dieser Tests ein , was habt ihr für eigenen Erfahrungen gemacht und wann würdet ihr welchen Test durchführen lassen?


Ganz liebe Grüße

Susanne

Benutzeravatar
elmo
Moderator
Beiträge: 11057
Registriert: Sa 19. Mär 2011, 07:48
Sagst du uns deinen Vornamen?: Andrea

Re: Zuverlässigkeit / Aussagekraft von FIV / Leukose und FIP Test

#2

Beitrag von elmo » Fr 2. Okt 2015, 21:02

Hallo Susanne,

ähm - diese Frage ist jetzt etwas "Pauschal".

Ich versuche mal ähnlich pauschal zu antworten. FIP-Test gibt es nicht, daher braucht man den nicht zu machen.

Leukose und FIV sind immer sehr sinnvoll. Entweder weil man schon Katzen mit diesen Krankheiten hat und keine gesunden gefährden möchte oder weil man gesunde Katzen hat und keine kranken gefährden möchte oder weil man einfach Bescheid wissen möchte ob man eine Katze mit "speziellen Bedürfnissen" aufnimmt bzw. wenn man zwei nimmt, dass man sicher ist, dass nicht die eine die andere ansteckt.
Allerdings sollte man sich über die Grenzen der Aussagekraft bei diesen Tests im Klaren sein.

Liebe Grüße
Andrea

Benutzeravatar
krummbein
Moderator
Beiträge: 7920
Registriert: So 12. Jun 2011, 23:33
Sagst du uns deinen Vornamen?: Susanne

Re: Zuverlässigkeit / Aussagekraft von FIV / Leukose und FIP Test

#3

Beitrag von krummbein » Fr 2. Okt 2015, 22:56

Hallo Susanne, ich kann Dir leider nur prozentuale Trefferwahrscheinlichkeiten bzgl. Giardientest bieten..Ich denke, das wolltest Du bzgl. der Tests haben.

In der Oberstufen Mathematik nennt man das Fehler erster Art: Übersetzt: wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, eine Katze mit negativem Krakheitsergebnis zu nehmen und sich zu irren
und Fehler zweiter Art: wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, aufgrund vom positiven Krankheitsergebnis fälschlich die Katze nicht aufzunehmen( obwohl sie gesund ist)
Wie gesagt, Daten diesbezüglich bei Giardien könnte ich Dir liefern, aber das ist ja grad nicht das, was Du wolltest.

Ich schau mal morgen, ob ich da was finde...

Liebe Grüße,
Susanne

Benutzeravatar
Caro
Mitglied
Beiträge: 1507
Registriert: Mi 16. Jan 2013, 21:12
Sagst du uns deinen Vornamen?: Susanne

Re: Zuverlässigkeit / Aussagekraft von FIV / Leukose und FIP Test

#4

Beitrag von Caro » Sa 3. Okt 2015, 08:03

Hallo Andrea und Susanne,


danke für eure Rückmeldungen !


Susanne,

ja, genau , das habe ich gemeint !! Super.

Die Empfehlung ist ja schon testen zu lassen...hab mich mal versucht schlau zu machen. Ein Testergebnis allein ist wohl nicht zuverlässig aussagekräftig.....

Vielen Dank fürs Suchen :knuddel . Bin gespannt was du findest. Das mit den Gardien würde mich auch interessieren :wink: .


Ganz liebe Grüße

Susanne

Benutzeravatar
elmo
Moderator
Beiträge: 11057
Registriert: Sa 19. Mär 2011, 07:48
Sagst du uns deinen Vornamen?: Andrea

Re: Zuverlässigkeit / Aussagekraft von FIV / Leukose und FIP Test

#5

Beitrag von elmo » Sa 3. Okt 2015, 08:25

Hallo,

also wenn es das ist wonach du suchst...
Da muss ich mal schauen, ich meine ich hätte zu beiden Tests (FIV und Leukose) die gesuchten Zahlen (also für falsch positive und falsch negative Tests) irgendwo schon mal gehabt/gefunden. Heute nicht, aber morgen kann ich noch mal schauen.

Mir war nicht ganz klar, ob du diese Zahlen meintest (bzw. bei den Tests ist ja auch wichtig bestimmte "Zeitspannen" nicht zu unterschreiten die dann auch wieder zu Problemen führen). Oder den mehr "philosophischen" Ansatz. Es gibt ja beispielsweise etliche Tierheime (hier auch in Bochum) die nicht testen um ihren Katzen die Vermittlungschancen nicht zu versauen und auch Leute die das nicht tun um sich nicht zu beunruhigen (oder sowas in der Art).

Liebe Grüße
Andrea

Benutzeravatar
Caro
Mitglied
Beiträge: 1507
Registriert: Mi 16. Jan 2013, 21:12
Sagst du uns deinen Vornamen?: Susanne

Re: Zuverlässigkeit / Aussagekraft von FIV / Leukose und FIP Test

#6

Beitrag von Caro » Sa 3. Okt 2015, 09:24

Andrea,


ja, es wird von den Tierheimen unterschiedlich gehandhabt ( sei es aus Kostengründen oder sonstigen Überlegungen ).

Es ist wirklich die Frage macht so ein Test vor der Aufnahme einer Katze Sinn.

Danke, dass du auch nach den Zahlen schaust !


Ganz liebe Grüße

Susanne

Benutzeravatar
krummbein
Moderator
Beiträge: 7920
Registriert: So 12. Jun 2011, 23:33
Sagst du uns deinen Vornamen?: Susanne

Re: Zuverlässigkeit / Aussagekraft von FIV / Leukose und FIP Test

#7

Beitrag von krummbein » Sa 3. Okt 2015, 23:08

Hallo Suanne, ich habe meine abgespeicherten Giardienlinks abgeklappert, doch da habe ich lieder nur tote links gefunden.
Tut mir echt leid, ich dachte, das ginge einfacher...:(

Ich bleib aber dran..

Liebe Grüße,
Susanne

Benutzeravatar
Caro
Mitglied
Beiträge: 1507
Registriert: Mi 16. Jan 2013, 21:12
Sagst du uns deinen Vornamen?: Susanne

Re: Zuverlässigkeit / Aussagekraft von FIV / Leukose und FIP Test

#8

Beitrag von Caro » Sa 3. Okt 2015, 23:28

Susanne,

danke fürs Schauen und Weitersuchen :knuddel


Ganz liebe Grüße

Susanne

Benutzeravatar
elmo
Moderator
Beiträge: 11057
Registriert: Sa 19. Mär 2011, 07:48
Sagst du uns deinen Vornamen?: Andrea

Re: Zuverlässigkeit / Aussagekraft von FIV / Leukose und FIP Test

#9

Beitrag von elmo » So 4. Okt 2015, 08:27

Hallo Susanne,

einen sehr guten Überblick über die Spezifität und Sensitivität von FeLV und FIV-Tests gibt diese Promotionsarbeit hier:
https://edoc.ub.uni-muenchen.de/957/1/G ... ascale.pdf
sie ist allerdings leider schon etwas über 10 Jahre alt.

Ich finde es dennoch nicht so schlimm, denn auch wenn sich die Testnamen vielleicht geändert haben in der Zwischenzeit - so gilt tendenziell wohl immer noch das Gleiche und du möchtest die Tests ja nicht selber durchführen sondern interessierst dich ja nun für das "grosse Ganze".

Ich kopier dir hier mal ein paar Zeilen aus der Zusammenfassung heraus:

Felines Leukämie-Virus:

"...Bei der Berechnung der positiv und negativ prädiktiven Werte der FeLV-Testsysteme wurden aufgrund der “nicht bestätigbaren“ Ergebnisse zwei Auswertungen vorgenommen. Die positiv prädiktiven Werte, die unter Berücksichtigung der “nicht bestätigbaren“ Ergebnisse, ermittelt wurden, lagen zwischen 62,0 % und 90,0 %. Als bester Test schnitt der DUO Speed® ab. Für die drei Testsysteme Virachek®, PetChek® und FASTest® wurden positiv prädiktive Werte um die 85 % berechnet. Statistisch Signifikant unterschieden sich die besseren Testsysteme DUO Speed®, FASTest®, Virachek® und PetChek® von den Testsystemen Witness®, Snap® Combo Plus und One-Step®, für die deutlich niedrigere positive prädiktive Werte (< 77 %) berechnet wurden. Die negativ prädiktiven Werte lagen mit Berücksichtigung der “nicht bestätigbaren“ Ergebnisse zwischen 99,4 % und 99,7%. Bester Test war der One-Step® FeLV. ... "

FIV:
Zitat aus der Zusammenfassung:
"...Für die FIV-Testsysteme wurden positiv prädiktive Werte zwischen 91,2 % und 100 % ermittelt. Die besten Werte wurden für den PetChek® Plus Anti-FIV und den Mapic® FIV berechnet. Die Werte für den negativ prädiktiven Wert lagen zwischen 96,1 % und 100 %. Als bester Test schnitt der Snap® Combo Plus ab. Sowohl bei den positiv als auch bei den negativ prädiktiven Werten lagen keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den einzelnen Testsystemen vor.... "

Um das kurz zu erläutern: der negative prädiktive Wert ist quasi die Wahrscheinlichkeit, dass der Test richtig lag wenn er "behauptet" dass ein Tier den Virus nicht trägt, der positiv prädiktive Wert besagt die Wahrscheinlichkeit, dass ein positiver Test (also ein "Befall" mit dem Virus) richtig ist.

Man muss hier auch immer die sogenannte Prävalenz berücksichtigen, also quasi die Durchseuchung (in diesem Fall der Katzenpopulation), denn das muss man, wenn man etwas testet auch in den Wahrscheinlichkeiten berücksichtigen. Hierzu kopiere ich noch mal einen Teil der Zusammenfassung hier rein:

"...Aufgrund der niedrigen Prävalenz der FeLV- und FIV-Infektionen in Deutschland, sollte ein positives Ergebnis immer durch ein spezifischeres Verfahren oder durch ein zweites Testsystem bestätigt werden...."

Im Umkehrschluss würde ich sagen: ein negatives Ergebnis kann man eigentlich als gegeben hinnehmen (habe ich bei meinen "Neuaufnahmen" auch immer so gehalten). Wobei ich persönlich da einschränken würde: wenn du weisst, dass ein Tier bevor es bei dir landet beispielsweise durch eine ungetestete Tierheimpopulation geschleust wurde (also aus seinem normalen Umfeld heraus kurz vor der Aufnahme bei dir in einer Lebenssituation mit extrem hoher Ansteckungsgefahr gelebt hat oder auch als unkastriertes Tier frei herumstreunte) dann macht es natürlich Sinn einen Test nach einigen Wochen zu wiederholen da er ja nicht schon ein paar Tage nach der Ansteckung anschlagen kann. Für mich wäre das Zusammenstecken ungetesteter Tiere in einer Tierschutzorga ein Grund um eine solche einen Riesenbogen zu machen.

Liebe Grüße
Andrea

Benutzeravatar
Josy1988
Mitglied
Beiträge: 223
Registriert: Di 6. Jan 2015, 19:22
Sagst du uns deinen Vornamen?: Josy

Re: Zuverlässigkeit / Aussagekraft von FIV / Leukose und FIP Test

#10

Beitrag von Josy1988 » So 4. Okt 2015, 08:56

Zur eigentlichen Frage kann ich auch nicht viel beitragen, aber hier
FIP-Test gibt es nicht, daher braucht man den nicht zu machen.
wollte ich kurz einhaken.

Inzwischen gibt es nämlich die Möglichkeit, auf bestimmte Mutationen der Coronaviren zu testen. Liegen diese vor, ist es FIP. Der Test kann aber natürlich falsch negativ sein, da man bisher nicht alle Mutationen testen kann.

Bei einem bereits bestehenden FIP-Verdacht kann der Test also durchaus Sinn machen, um Gewissheit zu haben.
Vorsorglich testen bringt entsprechend aber nichts, da die Krankheit ja erst mir Auftreten der Mutation ausbricht.

http://www.laboklin.de/pdf/de/fachbeitr ... g_2013.pdf

Antworten

Zurück zu „Krankheiten innere“