Ermittlung epilepsieverursachender Gehirnbereiche

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elmo
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Ermittlung epilepsieverursachender Gehirnbereiche

#1

Beitrag von elmo » So 17. Apr 2016, 19:20

Hi,

es ist ein Artikel erschienen, in dem beschrieben wird wie man in dem Gehirn einer Katze mit Epilepsie diejenigen Bereiche ermittelt, die eine Epilepsie verursachen. Der nächste Schritt soll dann, bei Katzen die nicht durch ihre Medikation einstellbar sind, eine entsprechende OP sein:

http://www.sciencedirect.com/science/ar ... 3316000769

Sehr spannend, fand ich das. Ob die Möglichkeit auch bei Katzen dann eine Epilepsie operativ zu behandeln wirklich in "näherer" Zukunft bestehen wird, das wage ich jetzt grade fast zu bezweifeln. Doch wer weiss...

Liebe Grüße
Andrea

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Caro
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Re: Ermittlung epilepsieverursachender Gehirnbereiche

#2

Beitrag von Caro » So 17. Apr 2016, 20:24

Andrea, danke für den Artikel, das ist sehr interessant.

Irgendwo habe ich gelesen ( veterinärmedizinischer Fachartikel ) dass derartige OPs von wenigen Fachleuten schon gemacht werden.

Leider weiß ich nicht mehr wo ich das gelesen habe, werde nochmal schauen wo das war.


Liebe Grüße

Susanne

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Kami
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Re: Ermittlung epilepsieverursachender Gehirnbereiche

#3

Beitrag von Kami » Do 5. Okt 2017, 15:43

Hallo Zusammen!

In der "Zeitschrift für Epilepsie" (Heft 3, August 2017) gibt es einen Artikel über "Feline Temporalleppenepilepsie - Was lernen wir von unseren Katzen?"

Natürlich ist es im passwortgeschützten Bereich, manchmal sind aber Artikel frei zugänglich, ich weiß nicht, ob der hier auch. Hier der Link: https://link.springer.com/article/10.10 ... 017-0121-6

Wenn nicht: es ist im Prinzip nur ein Fachartikel. Ich denk, wenn ich die Zusammenfassung kopiere, begehe ich kein Verbrechen:
Zusammenfassung

Unter den fokalen Epilepsien der Katze (Felis silvestris catus) sticht die Temporallappenepilepsie (FTLE) durch charakteristische magnetresonanztomographische Veränderungen und das Auftreten orofazialer Automatismen hervor. Histopathologisch finden sich bei der FTLE am häufigsten entzündliche Infiltrate, im Sinne einer oft nekrotisierenden limbischen Enzephalitis (LE) und/oder eine Hippocampussklerose (HS). Serologische und immunhistochemische Untersuchungen bescheinigen der felinen LE (FLE) eine autoimmune Genese. Ihr Auftreten ist nahezu immer mit einer bilateralen HS vergesellschaftet, die sich als totale HS meist auf alle Cornu ammonis (CA)-Segmente erstreckt. Bei anderen strukturellen Hirnläsionen ist die bilaterale Manifestation dagegen eine Seltenheit (<95 %). Erwartungsgemäß ist die Mehrheit der HS-Fälle (76,3 %) mit disruptiven hippokampalen Pathologien vergesellschaftet. Aber auch extrahippokampale Vorderhirnläsionen (26,7 %) und systemische metabolische Ursachen (37,5 %) können bei der epileptischen Katze mit einer HS einhergehen. Während die weite Mehrzahl der Hippocampuspathologien polysegmentale Neuronenverluste aufweist, scheint die HS bei extrahippokampalen Läsionen nur einzelne CA-Segmente einzubeziehen. Die segmentalen Differenzen zwischen humaner und feliner HS (FHS) bedürfen weiterer Abklärung. Dennoch scheint sich die FHS bei FTLE infolge ihrer Assoziation mit refraktären Verläufen als Großtiermodell anzubieten. Gleiches gilt für die FLE im Hinblick auf translationale immunbiologische und -therapeutische Studien. Des Weiteren lassen humananaloge Gyrus-dentatus-Veränderungen auf komplementäre Einblicke hoffen.
und
Ausblicke

Im Gegensatz zur Situation beim epileptischen Hund lassen die bisherigen klinischen und pathologischen Daten wenig Zweifel an der Eignung der FTLE als Großtiermodell für humane LE und HS. Die Prävalenz feliner Epilepsien von 2,1 % [25] bis zu 14 % [9] in tiermedizinischen Überweisungszentren eröffnet uns die Möglichkeit, gewebliche und molekulare Mechanismen der Epileptogenese, Progression und Therapieresistenz näher zu erforschen, um dabei Rückschlüsse auf Epilepsie in anderen Spezies zu ziehen, prädiktive Faktoren zu etablieren und neue Therapieansätze zu definieren. Mit ihrer Initiative hat insbesondere die International Veterinary Epilepsy Task Force das Feld für komparative und translationale Studien eröffnet, die sich die Verbesserung der Patientenversorgung bei Mensch und Tier als Ziel gesetzt hat [3, 4, 12, 16, 18, 22, 23, 32].
- Minka I. *1991 +1992 (Nierenversagen)
- Minka II *1992 verm. Sommer 1994
- Schecki *1994 verm. Aug. 1997
- Prinzess *1994 +2003 (Autounfall)
- Sissi *1994 +13.02.2012 (Tumor)
- Kami *Herbst 2011 +27.08.2014 (Status epilepticus)
- Sina *02.10.2014
- Toffy *4/2016

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Kami
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Re: Ermittlung epilepsieverursachender Gehirnbereiche

#4

Beitrag von Kami » Do 5. Okt 2017, 15:51

Noch was zwischen reingeschoben, weil ich den Artikel nicht mehr finde: es ging darum, ob die Epilepsie-Sachen zusammengetragen werden sollten (o.ä.), weil aktuell (zum damaligen Zeitpunkt, aber in diesem Jahr) keiner mit einer Epi-Katze registriert ist. Dazu möchte ich noch anmerken: keinesfalls löschen!!

Denn diese Seite wurde mir von der "Deutschen Gesellschaft für Epilepsie" empfohlen: die "höchste" Stelle, die es in Deutschland gibt. Es gibt ja noch andere Katzenforen, die auch "Epilepsie" als weitere Krankheit haben, aber sie wurden nicht als empfehlenswert betrachtet. Versteht das also bitte als sehr großes Lob, dass die Fachkompetenz und Umgang der User passt. Und grad was die Kompetenz betrifft: die sind bei der DGfE hoch!!

Seid also bisschen stolz drauf. Wer ne Epi-Katze hat, ist also sehr froh, wenn es diesen Unterbereich gibt - auch wenn z.Z. keiner da ist. Betroffene haben halt nur noch nicht "bergkatzen.de" gefunden. ;o)

LG, Manuela
- Minka I. *1991 +1992 (Nierenversagen)
- Minka II *1992 verm. Sommer 1994
- Schecki *1994 verm. Aug. 1997
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