Behutsame Sterbebegleitung

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elmo
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Behutsame Sterbebegleitung

#1

Beitrag von elmo » Do 22. Aug 2013, 09:52

Hallo,
hier ist ein Interwiew mit Dr. Alice Villalobos, einer Ärztin, die sich seit Jahrzehnten darum bemüht, dass tierische Patienten einen "guten Tod" haben können.
Es ist leider in englischer Sprache.

Trozdem dachte ich, es wäre gut ihn hier zu posten. Vielleicht mag die eine oder andere ja etwas daraus übersetzen oder zusammenfassen.

http://healthypets.mercola.com/sites/he ... 20130819Z2

Liebe Grüße
Andrea

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Rafael
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Re: Behutsame Sterbebegleitung

#2

Beitrag von Rafael » Do 22. Aug 2013, 15:33

Danke fuer den link! Ist ziemlich interessant fand ich.

Ich fasse mal ultrakurz zusammen:
Erst ganz viel Einleitung (Mitgliedschaften/Aktivitaeten/ und Publikationen) der Interviewter Dr. Alice Villalobos (University of California Davies), insgesamt fast 10% des ganzen Interviews. Dann einiges zur Geschichte seit den spaeten 60ern und wie sich die Auffassung zum Sterben von Tieren geaendert hat.

Ein bisschen zur Wichtigkeit von Painmanagement, und die wichtig es waere, die psychologische Betreuung der Anhehoerigen/Tierhalter in der Ausbildung der TAs mit abzudecken.

Im inhaltlichen Teil (an min 9-10 etwa) eine Skala mit 5 Hs, die man sicherstellen muss/soll (Hygiene, Hunger und Hurt (beides zu vermeiden), Hydration, Happiness, und ) und 2 Kategorien mit M (Mobility, und "More" (meint mehr gute als schlechte Tage), die einem auch als Halter helfen, einschaetzen zu koennen,
ob das Tier noch ausreichend Lebensqualitaet hat.

Dann eine Uberleitung zum Thema Verantwortung fuer den "guten" Tod des Tiers, anstelle von moeglichst langes Leben. Alice Villalobos fuehrt aus, dass Tiere im 'hier und jetzt' leben und man als Mensch sich von der Vorstellug feimachen muss, das die laenge des Lebens an sich Bedeutung fuer Tiere hat, und Erinnerungen eine grosse Rolle spielen. Und da sie im hier und jetzt leben sind mehrere schlechte" leidvolle Tage eine Ewigkeit, die anders als bei Menschen ift nicht relativiert wird durch "das und das noch erleben wollen".

Das Interview endet mit ein paar Bemerkungen zur Schmerztherapie und Behandlung von toedlichen Krankheiten, etwa die Verteilung hoher Desen an Medikamenten auf mehrere kleine Portionen, um den Tumor oder ahnliches im Wachstum zu verlangsamen, die dann einfacher zu verkrafen sind fuers Tier aber nicht mehr darauf abzielen zu heilen.


Rafael

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elmo
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Re: Behutsame Sterbebegleitung

#3

Beitrag von elmo » Do 22. Aug 2013, 15:59

Hallo Rafael,

Danke fürs Zusammenfassen.

Ich fand von den HHHHHMMs eigentlich vor allem das letzte H und das letzte M wichtig. Die anderen Punkte scheinen mir heute eigentlich eher selbstverständlich, also Hygiene, Hunger, Schmerz, Hydration sowie Mobilität.
Happiness und das "More"-M sind ja eigentlich Parameter, die sicher stellen sollen, dass ein Tier sich noch wohl fühlt, noch überwiegend seine Tage geniessen kann und sich nicht nur langsam dahin quält.

Schlimm fand ich in dem Zusammenhang die derzeitige "Mode" Katzen oder auch andere Haustiere "würdevoll zu Ende selber sterben zu lassen".

Man müsste mal schauen, welche Literatur es hier in D zu dem Thema gibt.

Liebe Grüße
Andrea

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Rafael
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Re: Behutsame Sterbebegleitung

#4

Beitrag von Rafael » Do 22. Aug 2013, 16:27

Ich habe das schon sehr oft erlebt, diese Vorstellung, dass man sich scheut einzugreifen und zuzusagen den Tod des Tieres herbeizufuehren. Ich bin Deiner Meinug. Fuer mich gehoert diese Verantwortung, also dem Tier auch zu einem guten leidensfreien Tod zu verhelfen, einfach zur Verantwortung und Pflicht von Tierhaltung, zu schwierig es auch ist.

Interessant fand ich den Fokus auf Tierhalterbetreuung in (nordamerikanischen?) TApraxen insgesamt. Vor einiger Zeit hat mein HausTA mir freundlicherweise seinen Zugang zur vetinaermedizimischen Datenbank "geborgt", weil ich was recherchieren wollte. Das, was ich eigentlich wissen wollte, dazu gabs fast nichts, aber damals habe ich festgestellt, es gibt tatsaechlich offenbar einen immer staerkeren Trend, den Halter mitzubetreuen, denn dessen Nervositaet und Angst uebertraegt sich ja prompt auf das Tier. Dazu gab es massig Aufsaetze... fand ist ziemlich interessant...
Das koennte natierlich ein nordamerikanisches Phaenomen sein, schliesslich sind dort die TApreise extrem hoch im Vergleich zu Deutschland, und der Halter ist ja nun mal der mit der Kreditkarte, wenn der sich nicht gut aufgehoben fuehlt, ist man als TA in Schwierigkeiten.. muss aber nicht der Hauptgrund sein..

Rafael

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Re: Behutsame Sterbebegleitung

#5

Beitrag von wofritz » Do 22. Aug 2013, 18:48

Danke fürs Zusammenfassen!

Der "HHHHHMM"-Ansatz ist mindestens in meiner TA-Praxis bekannt, denn als Ellis Ende abzusehen war, habe ich gefragt, wie ich erkennen könnte, wann der Zeitpunkt der Erlösung gekommen ist, und man gab mir prinzipiell diese Kriterien. Und man sagte mir, lieber ein paar Tage zu früh als einen Tag zu spät.

Wolfgang

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