Katze gefunden – Was nun?

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Christiane 57
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Katze gefunden – Was nun?

#1

Beitrag von Christiane 57 » Di 29. Mai 2018, 13:56

Jeder Katzenfreund weiß, wie schnell seine Lieblinge sind. Ein offenes Fenster, die Türe nur angelehnt, und schon ähnelt der Stubentiger einem Schluck Wasser und stiehlt sich davon. Auch Freigänger verschwinden häufig und die Suche des Besitzers dehnt sich über Tage, Wochen oder sogar Monate aus. Je nachdem, wie groß die Zuneigung zu dem Vierbeiner ist, löst das Verschwinden große Trauer aus. Gerade deshalb ist es wichtig zu wissen, wie im Falle einer Fundkatze richtig vorgegangen werden sollte.


Die Fundkatze

Wer oft eine Katze beobachtet, die nicht in das nachbarliche Umfeld gehört und scheinbar orientierungslos ist, sollte erst einmal beim Beobachten bleiben. Viele Katzen wissen sehr wohl, wo sie hingehören, unternehmen aber gerne größere Streifzüge rund um ihr Zuhause. Besonders unkastrierte Kater dehnen während der Rolligkeit der Kätzinnen ihr Revier auf einen halben Kilometer aus und streunen herum, um willige Partnerinnen zu finden. Da kann es schon mal passieren, dass der gut gepflegte Kater als Fundkatze gesehen wird und gegen seinen Willen mit nach Hause genommen wird.
Weibliche Katzen, die sehr zutraulich sind, könnten in der Nähe des Fundortes ein Nest mit Jungkatzen haben, die sie großziehen. Diese Mütter erkennt man an den großen und oft hängenden Zitzen. Wird ein Muttertier während der Säugezeit von ihrem Nest entfernt, sterben die Welpen unweigerlich den Hungertod, daher sollte sie am Fundort belassen und beobachtet werden.
Besonders zutrauliche Katzen werden gerne von wohlmeinenden Menschen gefüttert und gestreichelt. Sie werden auch in Häuser gelassen und dort verhätschelt. Katzen genießen diese Aufmerksamkeit und kommen und gehen, wie sie wollen. Deshalb können sie trotzdem zu einer menschlichen Familie gehören, die sie schmerzlich vermisst.
Übrigens: Nur weil eine Katze kein Halsband trägt, muss es sich nicht um ein entlaufenes Tier handeln. Viele Tierhalter verzichten bewusst darauf, da sich Katzen damit strangulieren können. Auch tragen Hauskatzen in der Regel keine Halsbänder, da sie die Wohnung (eigentlich) nicht verlassen.


Behalten ist strafbar!

Generell gilt es zu wissen: Fundkatzen sollten in keinem Fall behalten werden, auch wenn sie noch so lieb und zutraulich ist. Der Fund muss unbedingt gemeldet werden, und zwar schriftlich. Einerseits macht sich der Finder bei einer Nichtmeldung strafbar, andererseits bleibt er auch auf Tierarztkosten sitzen, die er eventuell für eine verletzte Fundkatze ausgelegt hat. Diese Meldung muss unbedingt vor dem Tierarztbesuch stattgefunden haben.
Nachts sind Polizeidienststellen gerne bereit, die Meldungen über ein gefundenes Tier entgegenzunehmen, tagsüber ist dafür das Ordnungs- bzw. Fundamt, der Tierschutzverein oder die Gemeinde dafür zuständig. Ist es nicht möglich, das Tier zu behalten, kann es auch im Tierheim abgegeben werden. Dieses übernimmt dann die Mitteilung an das zuständige Amt. Die Meldung beinhaltet die genaue Beschreibung der Katze, Besonderheiten (körperliche Aufälligkeiten, Tätowierung etc.) müssen explizit genannt werden. So erleichtert man dem Besitzer die Suche nach seinem geliebten Stubentiger.
Die Versorgung und Unterbringung von Fundkatzen wird bei einer Meldung von den Behörden finanziert. Liegt keine Fundmeldung vor, müssen die Tierärzte die Kosten vom Finder einfordern, da die Behörden eine Kostenübernahme ablehnen. Ist das Tier so stark verletzt, dass es eine sofortige Behandlung benötigt, sollte ein Freund gleichzeitig mit dem Arztbesuch die Anzeige aufgeben, sodass man selbst mit der Notfallkatze den Tierarzt aufsuchen kann.
Der Finder kann die Katze bei sich behalten, wenn er das möchte und sie gemeldet hat. Ist der Besitzer gefunden, muss er das Tier sofort an diesen übergeben. Wird der Besitzer nicht innerhalb eines halben Jahres gefunden, darf die Adoptivstelle das Tier für sich beanspruchen. Hier ist allerdings zu beachten, dass die Kosten für Tierarzt und Pflege vom Amt nur über einen Zeitraum von 4 Wochen übernommen wird, alles, was darüber hinausgeht, geht auf Kosten des Finders.
Auch wenn das Tierchen noch so süß ist, es gehört möglicherweise zu einer Familie, die es vermisst. Es ist also von ungeheurer Wichtigkeit, wahrheitsgemäß vorzugehen und das Leid der Familie zu verkürzen. Alles andere wäre Diebstahl und bewusstes Leid-Zufügen.

Wo kann ich nach der Katze suchen?

In der heutigen Zeit ist das Suchen und Finden von Fundkatzen leichter als früher. Sicher sind immer noch Aushänge an Laternenmasten und Ampeln zu finden, aber besonders das Internet unterstützt den Finder bei seiner Suche.


Eine Kleinanzeige gratis aufgeben: die meisten Zeitungen bieten in ihrer Tierrubrik kostenlose Anzeigen für Fundtiere an.

Aushänge: am besten mit Foto, detaillierter Beschreibung und Telefonnummern. Wer es sich leisten kann, darf dem ehrlichen Finder selbstverständlich auch einen Finderlohn in Aussicht stellen.

In der Nachbarschaft herumfragen: normalerweise versteht jeder in der Nachbarschaft, wie wichtig es für jemanden sein kann, sein Tier wieder in die Arme schließen zu können und hilft gerne mit.
Internet: auch hier gibt es zahllose Seiten, die kostenlose Anzeigen mit Foto anbieten.


Tierarzt und Tasso

Tasso ist zwar auch eine Suchmöglichkeit, sollte hier aber genauer vorgestellt werden. Seit 30 Jahren setzen sie alles daran, Finder und Suchende zusammenzubringen, um entlaufene oder verirrte Tiere wieder ihrem Besitzer zuzuführen. Tasso kostet nichts, es ist ein eingetragener Verein und finanziert sich über Spenden. Selbst die Registrierung gechippter Haustiere ist kostenlos, die Katzen erhalten einen Tasso-Pass und werden in das Register von Tasso mit der Chipnummer eingetragen. Jedes Tier erhält eine Plakette, die an das Halsband gehängt werden kann. Da viele auf ein Band verzichten, ist dies bei Fundtieren nur sporadisch anzutreffen.
Der Tierarzt ist normalerweise bei Fundkatzen die erste Anlaufstelle. Selbst wenn die Katze nicht offensichtlich verletzt ist, sollte auf andere Krankheiten untersucht werden, besonders, wenn eigene Katzen im Haushalt leben und man die Fundkatze bis zur erfolgreichen Beendigung der Suche bei sich behalten will. Beim Arzt wird der in der Nackengegend implantierte Chip ausgelesen. Mit dieser Nummer kann die Adresse und die Telefonnummer des Besitzers aus dem Tasso-Register gezogen werden. Tasso stellt dann den Kontakt her und führt so die Vier- und Zweibeiner wieder zusammen.
Die einzigen Hindernisse: Es gilt keine Chippflicht, solange das Haustier keine Landesgrenze überschreitet. Viele Tierbesitzer scheuen daher die Ausgabe dafür, obwohl so die Sicherheit der Katze erhöht wird. Andere chippen zwar, ziehen aber um und vergessen, die Adresse ändern zu lassen. Allerdings haben manche Katzen auch Tätowierungen im Ohr, die, sofern das Tier bei Tasso mit dieser Nummer gemeldet ist, ebenfalls zum Besitzer führen können. Auch wenn die Tintenzeichnung verblasst oder schwer leserlich ist, lohnt sich eine Kontaktaufnahme mit Tasso, da die Mitarbeiter auf Fundtiere und diese Probleme spezialisiert sind.


Tote Fundkatzen

Leider kommt es oft vor, dass Fundtiere nicht mehr am Leben sind. Oft sind es tödliche Begegnungen mit Fahrzeugen, aber leider auch Resultate aus Misshandlungen. Wer eine tote Katze findet, sollte mit ihr genauso verfahren als ob sie in lebendem Zustand gefunden wurde. Irgendwo wartet vielleicht eine Familie darauf, endlich Gewissheit über den Verbleib ihres Lieblings zu erhalten. Auch wenn es noch so schrecklich ist, ist es für diese Familie ein Punkt, sich mit den Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Sie erhalten durch diese große Tat die Möglichkeit, mit der Suche aufzuhören, sich zu verabschieden und angemessen zu trauern.

© Christiane 57
Grüße
Christiane

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Mohrle
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Re: Katze gefunden – Was nun?

#2

Beitrag von Mohrle » Fr 1. Jun 2018, 17:45

Jeder der schon einmal verzweifelt seine Miez gesucht hat und evtl. nie mehr etwas von ihr
gehört und gesehen hat wird für diese hier beschriebenen Verhaltensanregungen dankbar sein ,

Ich selber war im Nachhinein sehr dankbar daß die Menschen die unseren toten Mohrle gefunden
haben sich genau richtig verhalten haben, sie haben ihn zum nächsten Tierarzt gebracht , der hat den Chip ausgelesen und Tasso angerufen ,
Tasso hat dann bei uns angerufen ..
ohne dieses richtige Verhalten hätten wir vielleicht nie erfahren was im geschehen ist.
Im Jahr 1990 mußten wir das bei meiner geliebten Mini und bald darauf beim Katerle Toni erleben
Ich habe noch 15 Jahre später jeder Schwarz-weißen Katze und jedem Räderkatzi nachgeschaut
Ob sie es vielleicht sind ...
das ist schrecklich und mit ein Grund warum keine meiner Katzen mehr ohne Funksender raus durfte
seitdem es die gibt.
Liebe Grüße
Renate und Nuri

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Re: Katze gefunden – Was nun?

#3

Beitrag von Christiane 57 » Fr 1. Jun 2018, 18:13

Wir alle haben mit unseren Freigängern keine Sicherheit auf Unversehrtheit. Es kann lange gut gehen, manchmal ist es ein sehr kurzes Katzenleben. :frown:

Auch ich habe mit meinen beiden Teilzeitfreigängern keine Sicherheit. Manchmal nagt es an mir. Kommen die Jungs jedoch lockeren Hüftschwungs ins Haus, freue ich mich einfach über diese Freiheit, die ich ihnen bieten kann. Für uns hat es sich ausgezeichnet wegen der Tiere weit ab zu wohnen. Wald, Wiesen, einfach viel Natur. Leider ist das nicht jedem vergönnt.

Inzwischen sind die Herren 13 Jahre alt und auch nicht mehr so ungestüm. Auch haben sich die beiden die ganzen Jahre niemals weit vom Haus entfernt. Gut, ein Zaun ist um das ganze Gelände, der Schutz soweit da. Dennoch muss ich immer damit rechnen, dass etwas passiert. Stelle ich mir vor, dass ich mein Tierchen nicht finden würde, es wäre die Hölle für mich.

Die "ALTERNATIVE", der Katze/ Katzen in Haus/ Wohnung genügend Möglichkeiten bieten, damit sie sich austoben können und entspannte und glückliche Tiere
sind.

So ein Funksender ist ein Segen.
Grüße
Christiane

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