Zusammenführung von Katzen

Eine zweite oder dritte Katze kommt ins Haus. Bei zu vielen Katzen könnte es Probleme geben oder auch nicht.
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Gast 55

Zusammenführung von Katzen

#1

Beitrag von Gast 55 » Fr 31. Aug 2012, 21:36

Katzen sind bekanntlich keine Einzelgänger, sondern Einzeljäger


Wie nun soziale Tiere zusammenführen?
Welche Katzen passen zueinander?
Wie sollte man die Zusammenführung gestalten?

Nahezu jede Katze wird den neuen Mitbewohner erst mal als Eindringling oder gar Bedrohung ansehen-ein natürliches Verhalten.
Die vorhandene Katze betrachtet ihre Umgebung als ihr Revier. Dieses markiert sie tagtäglich mit ihren Pheromonen.Jedes Tier hat seine eigenen individuellen Duftstoffe.

Wie kann/könnte man den Einzug erleichtern?


Meine Gedanken dazu wären:
Um zur Ruhe kommen zu können , sollte ein sp. Zimmer vorbereitet werden.Somit kann sich das Tier in der neuen ,ungewohnten Umgebung Fluchtpunkte suchen, die ein gewisses Gefühl von Sicherheit geben.


Neue ,gleichberechtigte Sutuationen erschaffen.Dazu genügt ein Karton,ein neues Spielzeug.Hierbei wird eine Gleichsetzung der Tiere erschaffen.Für keines der Tiere riecht es vertraut,wurde zudem noch nicht markiert.
Dies schafft Neugier ,lenkt vom neuen Mitbewohner ab .Gemeinsam das "Neue " untersuchen

Durch Positive Verstärkung betont und belohnt man das erwünschte Verhalten. Dies zeigt sich nicht nur bei Zusammenführungen ,sondern unterstützt auch ängstliche Tiere im Alltag.

Die angestammte Rollenverteilung in der Gruppe kann sich durch einen Neuzugang ebenso ändern.

Was sollte man nun beachten um den Einzug eines neuen Familien Mitgliedes möglichst Stressfrei für "Alle" zu gestalten?
Pauschalieren kann und sollte man es natürlich nicht.Wie denkt ihr darüber?

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LillyTiger
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Re: Zusammenführung von Katzen

#2

Beitrag von LillyTiger » Fr 31. Aug 2012, 23:02

Ich bin ja nun gerade dabei eine Zusammenführung durchzuziehen... Mit einer etwas "heiklen" Erstkatze.

Die A(k)klimatisierung der Neuen habe ich so vergenommen wie Du schreibst... Allerdings nicht lange.
Ich habe die "Neue" dann herausgelassen damit sich die beiden Damen beschnuffen konnten.

Zum füttern trenne ich sie, ansonsten ist es meine Meinung, daß man die Katzen machen lassen sollte...
Ich möchte der Erstkatze nicht ihr Revier beschneiden und sie ihrer angestammten Plätze berauben...

Würde es bösen Streit geben würde ich einschreiten... Ansonsten warte ich ab.
Ich rede Susi gut zu, versuche zu beruhigen und lasse sie mit der neuen Situation klar kommen.
In ihrem Tempo.
Ich bedränge sie nicht.

Ich hoffe daß dies so funktioniert... Nach 3 Tagen ist es zumindest nicht zum Streit gekommen.

Das dies total veraltet ist habe ich nun schon gelesen...
Aber ich denke nicht, daß eine langasme Zusammenführung mit Gittertüre bei uns funktionieren würde.

Jeder kennt seine Katzen am besten... Und sollte demnach genau überlegen, wie eine Zusammenführung am besten funktionieren könnte.
Liebe Grüße,
Susi und die kleine Bibbi mit Dosine Tatjana

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Juno
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Re: Zusammenführung von Katzen

#3

Beitrag von Juno » Sa 1. Sep 2012, 13:07

Ich denke, es kommt auch darauf an, was für Katzen man zusammenführt.

Bei Kitten ist es unkompliziert, die würde ich, sofern klar ist, dass beide gesund sind, sofort zusammenlassen.

Bei erwachsenen Katzen aus dem Tierschutz oder von privat würde ich allein schon wegen der Quarantäne immer für drei, vier Tage trennen und erst einmal schauen, ob der Neuankömmling irgendwelche unliebsamen Mitbewohner mitgebracht hat. Juno, mein eigener letzter Neuankömmling, hat diesen Plan allerdings unterlaufen - die hat in "Einzelhaft" nicht gefressen und ist nicht auf Klo gegangen. Also kam Axi früher als geplant zu ihr. Es gab Nasenküsschen und gut wars :herz

Ex-Pflegi Amy und ihr neuer "Lebensgefährte" wurden auch noch am Tag des Einzugs zusammengeführt. Beide sind zwar schon älter (damals 11 und 12), aber sehr souveräne und gelassene Katzen (deren Gesundheitszustand klar war). Am ersten Tag war Kater interessiert, Amy hat ihn ignoriert, gab Interessanteres zu entdecken. Zwischen den beiden sehr gestandenen Persönlichkeiten gab es dann zwar noch Eifersüchteleien, aber sie haben, so wie ich zuletzt hörte, zueinander gefunden.

Aufgrund meiner beiden Bratzen Donna und Tyler würde ich hier nur noch langsame Zusammenführungen machen. Ich hab den direkten Vergleich zwischen Axis Einzug, wo ich dachte, die Katzen machen es schon untereinander, und Junos Einzug, wo ich bedachter vorgegangen bin. Die Zusammenführung mit Juno war für alle Beteiligten stressfreier - die Zusammenführung zwischen Donna und Juno hat allerdings so lange gedauert, bis Juno vollständig ihr Versteck unter meinem Bett aufgegeben hatte, doch der wirklich heikle Part - Stalking, Überfälle auf dem Katzenklo und in Verstecken verhindern - hat funktioniert.
Ich glaube, dass geistiger Fortschritt an einem gewissen Punkt von uns verlangt,
dass wir aufhören, unsere Mitlebewesen zur Befriedigung unserer körperlichen Verlangen zu töten.
Mahatma Gandhi
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Rafael
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Re: Zusammenführung von Katzen

#4

Beitrag von Rafael » Sa 1. Sep 2012, 15:37

Ich habe Katzen erst ein paar Jahre habe, aber rel. ausfuehrliche Erfahrungen mit versch. anderen (sehr sozialen) Arten. Insofern war das Nachlesen "Katzen-Zusammenfuehrung wie macht man das?" und die Idee des Trennens bei erwachsenen Tieren und ganz langsam Gewoehnens fuer mich irgendwie nichts Neues. Neu war nur das spezifische fuer diese spezies, wenn natuerlich gibt es Unterschiede bei versch. Tieren. Aber das Prinzip kannte ich schon und praktiziere es seit Jahren...

Bei Jungtieren ist alles anders... da habe ich auch katzentechnisch keine Erfahrung..

So wie von Christiane/Juno beschrieben habe ich es in den drei Zusammenfuehrungen erwachsener Katzen, die ich hatte, ebenalls gemacht. Alle waren/sind Tierschutztiere. In allen Faellen war die vorhanderne Erstkatze Cashi, die zudem koerperlich benachteiligt ist (klein, declawed, sozial unsicher, aber gern der Chef).
Die Zugaege waren allesamt hoch sozial und Viel-Katzenerprobt, erst ein sehr charmanter Kater (kein Problem, er hatte sie in 5 Tagen "geknackt"), im 2ten Fall ein Paerchen (lief auch sehr gut, dauerte aber etwas laenger, weil zwei auf einmal natuerlich schwieriger fuer #1 war), und dann zu guter letzt zu den dreien wiederum ein Kater (sehr sozial, aber - wie sich herausstellte nach der eigentlichen Zusammenfuehrung - gelegentlich noch ein bischen flegelig, wenn er glaubt damit durchzukommen).
Animositaeten gibt es nur Zwischen #1 und #4, und erst Monate nach der eigentlichen Zusammenfuehrung, als #4 so richtig "angekommen" war, und anfing, versuchsweise Grenzen zu testen. Er argert #1 gern, wenn ihm langweilig ist, versicht das auch bei #2 und #3, die das aber besser "abfedern" koennen. Die Situation ist aber unter Kontrolle, und die zwei sind einfach manchmal "Lieblingsfeinde", wenn der andere nicht da ist oder nicht fit, ist es irgendwie auch nicht richtig, und man sucht den anderen...

Die ersten Tage (TA check hin oder her) gab es Quarantäne, einfach der Sicherheit meiner Tiere wegen. In der Zeit hatte die Katze einen ruhigen Raum zum Ankommen, zudem ein Raum, der nicht das absolute Lieblingsbereich meines/r Alttiere(s) ist. In der Zeit wusste die alten natuerlich, da war was, und es gab indirekten "Geruchstausch" (Gegenstaende des anderen Tieres im eigenen Bereich). Dann, wenn der/die Neue etwas entspannter ist, ganz allmaehlich Annaeherung, und je nachdem wie die Reaktion ist, wird langsamer oder schneller weitergemacht, oder es geht auch mal einen Schritt zurueck.
Alles ist aufregend und ein natuerlich auch stressig fuer die Tiere, das vorhandene Tier hat "Konkurrez" im eigenen Revier, und fuer der/de Neue ist alles fremd, man kennt sich nicht aus (Rituale, Ablaeufe, neue Dosi, Gerueche usw.) Insofern finde ich neben Zeit wichtig, dass man selbst ruhig und entspannt bleibt... (aber nicht zu entspannt, man muss schon eine Auge drauf haben). Denn die eigene Unsicherheit uebertraegt sich natuerlich auf die Tiere. Und Nr.1 muss spueren, dass der Neue keine Konkurrenz ist, also viel Aufmerksamkeit bekommen, zuerst fressen usw. damit Eifersucht gar nicht erst aufkommt, sondern Neugier ueberwiegt.

Ich habe es klassisch mit Gittertuer gemacht, und Feliway hate ich die erste Zeit auch drin, denn "schadens kanns ja schliesslich nicht".

Rafael

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Bella
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Re: Zusammenführung von Katzen

#5

Beitrag von Bella » So 6. Jan 2013, 14:59

Ich habe bis jetzt nur eine Katzenzusammenführung hinter mir..

Erstkatze Moni 5 J alt,bisher als Einzelkatze gewesen.Zur ihrer Sozialisierung im Kittenalter kann ich nix sagen da sie bei uns mit 2 J einzog.Erst 2 LJ war sie als Einzelkatze,bei uns lebte sie 3,5 J mit unserem Hund zusammen und aus ihrem Verhalten her habe ich sie auch nicht als totale Einzelkatze einstufen können.Also beschloß ich nach dem Verlust vom Partner ihr Katzengesellschaft zu geben..

Ich habe mich nach Recherchen für die langsame Zusammenführung entschieden und würde es auch immer wieder tun.

Wichtig ist es dass man ein passendes Tier holt d.h: ähnliches Temperament und Charakter,Alter,damit schafft man schon guten Grund für eine erfolgreiche Zusammenführung.

Ich hatte mich für eine gut sozialisierte Katze aus dem TH(Tessa ca 2J) entschieden.

Die ersten Tagen verbrach Tessa im Separe.Sie hatte damit Zeit um sich an neue Umgebung zu gewöhnen,einwenig entspannter werden,Geräusche kennenlernen.

Moni hatte dann genug Zeit um zu realisieren dass da jemand hinter der Tür ist.Ich habe so lange gewartet(3 Tage) bis Moni oft genug an dieser Tür zu sehen war und neugierig wirkte.

Dann fingen wir langsam, mit Hilfe einer Gittertür, kurz die Tür auszumachen.Immer nur so lange bis es ging.Wenn Moni nervös wurde,ging die Tür zu.Parallel haben wir die Zeit ausgenutzt:wenn Moni im Garten war,haben wir Tessa ihr neues Revier erkunden lassen.So konnte sie es ganz in Ruhe erkunden,Gerüche aufnehmen und ihre eigene für Moni hinterlassen.Moni beobachtete sie natürlich ganz genau hinter der Glasscheibe. Sie konnten sich oft genug am Tag sehen ohne dass es zu Zwischenfällen kam und in Ruhe sich gegenseitig beobachten.

Nach dem wir das Gefühl hatten dass beide Katzen relativ entspannt sich ansehen können,haben wir sie zusammen gelassen.Erst nur kurz für paar Minuten.Wir haben gewartet bis Moni sich ganz bequem auf dem Kratzbaum machte.Moni war es doch am Anfang ungeheuer:sie hat natürlich viel gefaucht und beobachtete alles ganz genau von oben. Aber so fühlte sie sich sicher..

Das haben wir oft genug wiederholt und haben Tessa immer länger da gelassen.Wenn es für Moni zu viel war,kam eine Pause..Immer wieder sich an die Katzen anpassen und nur die Katzen bestimmen dabei das Tempo,wie schnell es vorran gehen soll.

Nach insgesammt 6 Tagen (ab dem Einzugstag von Tessa) konnten wir beide Katzen alleine lassen und seit dem klappt es auch sehr gut.
Lieben Gruß
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Ich bin der Sklave meiner Katzen.

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Lileas
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Re: Zusammenführung von Katzen

#6

Beitrag von Lileas » So 6. Jan 2013, 16:01

Meine Buben, Janusch und Jocus hatte ich knapp 2Jahre (Habe sie bekommen da waren sie 11 Monate alt) als ich Juscha bekam. Sie mochte keine Mädchen, kam nur( laut Züchter)mit Jungs aus. Sie ist bis auf 1 Woche genau so alt wie die Buben. Eine Woche bevor sie kam, hatte ich J+J die Paste AmiQure gegeben. Dies gibt man bei Stess aller Art (TA, Fliegen, Auto usw) Juscha war dann eine Woche in einem extra Zimmer. Ab dem 4 Tag durften die Jungs mal ins Zimmer gehen und schauen, das eine andere Katze da war wurde natürlich sofort bemerkt. Und in der ersten Nacht, habe ich nur gelacht, weil mein Jogi die GANZE Nacht auf Patrouilli war. Er ist auf und ab maschiert vor ihrem Zimmer, kurz hingesetzt, dann wieder maschiert, im Rhytmus.
Beim Zusammen lassen gabs nur ein Problem: Juschas Rattenschwanz. Da dachte ich echt, das lassen die Jungs nie, dieses danach tatzen. Das hat sich aber irgendwann von selbst erledigt. Entscheidend war alle 3 paßten vom Temperament her zusammen.
Vor 10 Monaten kam BruBru dazu. Eine Fehlentscheidung. Er ist quirlig, aufdringlich, sehts in Bewegung. Ich hatte ihn eigendlich für Juscha gedacht, denn Juscha und die Jungs vertragen sich zwar, aber eine Bindung oder erkennbare Zuneigung ist nicht da. Deshalb war mein Gedanke, vielleicht braucht sie einen Nacktfrosch. Das war eindeutig falsch. Damit müssen jtzt aber alle zurecht kommen. Im laufe der Monate, hat sich schon einiges zurecht
"geschliffen" aber ich hatte was anderes erwartet . Ich vermisse das KUSCHELN mit ein ander. Ich mag das nicht, das BB und Juscha immer alleine liegen. Nicht wie Janus und Jocus, die Nachts fast immer zusammen schlafen. Warhrscheinlich ist das ein "falsches" Denken von mir.

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