Das Schmerzempfinden bei Katzen

Eigenarten der Fellnasen die man sich manchmal nicht erklären kann.
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Christiane 57
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Das Schmerzempfinden bei Katzen

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Beitrag von Christiane 57 » Di 29. Mai 2018, 14:38

Für uns Katzenhalter ist es oft schwer zu erkennen, ob unsere felinen Mitbewohner unter Schmerzen leiden oder nicht. Sogar bei Verletzungen, bei welchen wir vor Schmerzen heulen und schreien würden, bleiben Katzen meist ruhig und schnurren vor sich hin. Das irritiert uns Menschen ungemein, da das Schnurren ja normalerweise mit Wohlbefinden und Entspannung gleichgesetzt wird. Doch weit gefehlt, unter anderem ist dies auch ein Zeichen dafür, dass das Fellbündel unter Schmerzen leidet.

Akute Schmerzen bei Katzen erkennen


Das Schmerzempfinden bei Katzen ist genauso ausgeprägt wie das des Menschen, doch sie äußern sich dazu nicht im gleichen Maße, da ihnen einerseits die Möglichkeiten dazu fehlen und sie andererseits als erfolgreiche Jäger keine Schwäche zeigen dürfen. Angeblich sind sie in der Lage, Schmerzen kurzfristig auszuschalten, denn der Räuber muss in freier Wildbahn dazu fähig sein, trotz Bruch oder Entzündung die lebensnotwendige Beute zu schlagen.


Was ist Schmerz?

Schmerz ist ein unangenehmes Empfinden der Sinne und für jedes Tier und auch den Menschen lebensnotwendig.

Wird dem Körper ein Schaden zugefügt, signalisiert der dadurch entstehende Schmerz dies und fordert dazu auf, etwas zu unternehmen, um dem Schaden entgegenzuwirken. Schmerz kann schlicht unangenehm sein, aber auch bis ins Unerträgliche gehen. Unbehandelte Körperbeeinträchtigungen und die daraus resultierende Schmerzreizung können dazu führen, dass der Schmerz selbst nach der Genesung dauerhaft bleibt und sich daraus eine chronische Krankheit bildet.
Das Schmerzempfinden bei Katzen funktioniert genauso wie bei jedem anderen Lebewesen, mit dem Unterschied, dass Katzen ihren Schmerz gut kontrollieren und unterdrücken können.

Auswirkung von Schmerz

Jeder weiß, dass Reptilien eine andere Schmerzschwelle haben als zum Beispiel Katzen. Doch auch das Schmerzempfinden bei Katzen ist nicht immer gleich, sondern variiert teilweise ziemlich stark. So gibt es auch unter ihnen richtige „Jammerlappen“, denen man jede Kleinigkeit sofort ansieht oder welche bereits bei leicht unangenehmen Empfindungen los schreien (was allerdings recht selten ist), oder die stoische Katze, welche ihr Leiden still und zurückgezogen erlebt. Auch das Alter, die Rasse oder etwaige Vorerkrankungen führen dazu, dass das Schmerzempfinden bei Katzen ganz unterschiedlich ausfallen kann.

Leidet meine Katze unter Schmerzen?

Menschen äußern sich verbal, Hunde machen sich rar. Doch wie reagiert eigentlich der leidende Stubentiger, wenn er Schmerzen zu ertragen hat? Eine Katze wird ihre Schmerzen selten laut hinausschreien, sondern immer ruhig und gelassen erscheinen.
Der aufmerksame Besitzer kann jedoch die Signale deuten, die seine Fellnase aussendet. Das Schmerzempfinden bei Katzen äußert sich oft auf unterschiedliche Weise. Es hat sich erwiesen, dass verletzte Katzen plötzlich auf Berührungen an gewissen Körperstellen aggressiv reagieren, sich ungern bis gar nicht streicheln lassen, sich ausgiebig oder sogar übermäßig lecken oder die Fellpflege komplett vernachlässigen.
Auch der Rückzug an dunkle Orte, unkontrolliertes Koten und Wasserlassen in der ganzen Wohnung, Appetitlosigkeit oder schlecht riechender Atem sind Indizien dafür, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist und die Katze unter Schmerzen leidet.

Wer eines der Warnsignale bei seinem Liebling feststellt, sollte nicht damit warten, den Tierarzt aufzusuchen. Dieser kann durch Untersuchungen und Röntgen schnell feststellen, ob Grund zur Sorge besteht. Ist dem so, dann kann er eine entsprechende Behandlung und eine angemessene Schmerztherapie einleiten, um dem Vierbeiner die Schmerzen zu erleichtern und die Ursache dafür auszumerzen.
Eine gute Schmerztherapie fördert auch nach Operationen die Wundheilung und die Katze kann sich schneller und entspannter regenerieren.


Schmerzen bei der Katze - erkennen und behandeln

Um dem Tierarzt die Erstellung einer Diagnose zu erleichtern, bietet es sich an, eine Dokumentation über das Verhalten der Katze anzulegen und zum Termin mitzubringen. Hier ein Link der Lupologic GmbH, in dem alle für den Tierarzt relevanten Fragen verzeichnet sind:

http://www.lupologic.de/wp/wp-content/u ... _Katze.pdf


Was kann dauerhafter Schmerz bei Katzen bewirken?

Schmerz, der nicht behandelt wird, kann sich auf Dauer zu einer eigenständigen Erkrankung entwickeln. Man spricht hierbei von chronischen Erkrankungen, welchen mit normalen Medikamenten nicht mehr beizukommen ist. Aber auch die Psyche der Fellnase kann bei Dauerschmerzen stark angegriffen werden. Aggressives Verhalten, Berührungsängste oder andere negative Auswirkungen können sich dauerhaft in das Gehirn der Katze einnisten. Auch das Beißen an schmerzenden Stellen kann so stark werden, dass sich die Katze immer mehr verletzt, was das Schmerzempfinden bei Katzen noch verstärkt.



Schnurren als Schmerztherapie bei Katzen

Das Schnurren unserer Stubentiger gibt uns immer noch Rätsel auf. Eines scheint jedoch bewiesen zu sein: Schnurren fördert die Heilung einer verletzten Katze. Dies betrifft nicht nur oberflächliche Verletzungen, besonders die Heilung von Knochenbrüchen geht bei Katzen schneller vonstatten als bei anderen Lebewesen. Es wird vermutet, dass es die Vibrationen sind, die tief in die Struktur des Körpers eindringen und so Knochen stärken und Verspannungen lösen und somit das Schmerzempfinden bei Katzen entscheidend beeinflussen.

Schnurren ist also nicht nur ein Anzeichen von Wohlbefinden, wie es die meisten Menschen vermuten, sondern dient zur Heilung und zum Lösen von Angstzuständen. Daher ist es auch besser verständlich, dass Katzen, die unter Schmerzen leiden, trotzdem oder gerade deshalb schnurren. Sie beschleunigen damit den Heilungsprozess, mildern ihre Angst und sorgen damit für eine Entspannung des Körpers.
Das Schmerzempfinden bei Katzen wird dadurch vermutlich nicht ausgeschaltet, dieser Mechanismus bewirkt jedoch eine Reduzierung des aus Schmerz resultierenden Stresses und kann als natürlich, körpereigene Schmerztherapie gesehen werden.


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Grüße
Christiane

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