Anleitung zum Bau einer Streunerbox (mit Holzverkleidung)

Aktivitäten des Menschen - darauf abzielend den Tieren ein artgerechtes Leben zu ermöglichen
Gesperrt
Benutzeravatar
Sabsi69
Mitglied
Beiträge: 2510
Registriert: Do 21. Jun 2012, 12:06

Anleitung zum Bau einer Streunerbox (mit Holzverkleidung)

#1

Beitrag von Sabsi69 » So 7. Okt 2012, 17:26

Materialliste:

5 Styroporplatten, 5 cm dick, 100 cm x 50 cm
1 Flasche Ponal wasserfest, 225 g
Wetterschutzfarbe, 750 ml
48 Senkkopfschrauben 3 mm x 25 mm
24 Flachkopfschrauben 3,5 mm x 25 mm
2 Gummifußmatten
Sperrholz, 3 mm dick, 40 cm x 15 cm- aus der Grabbelkiste (Schnittholz)
Multiplex-Holz, 12 mm dick:
2 Stück 72,6 cm x 50,0 cm
2 Stück 72,6 cm x 52,6 cm
2 Stück 50,0 cm x 50,0 cm

Werkzeug:

Akkubohrer/-schrauber
2 mm Bohrer
3 mm Bohrer
6 mm Bohrer
Schraubendreher Z1
Schraubendreher Z2
Fräskopf 9 mm oder 12 mm, ersatzweise 6 mm Bohrer
Cuttermesser
2 stabile Holzleisten - muss nicht, ist aber hilfreich
2 Schraubzwingen - muss nicht, ist aber hilfreich
Elektrische Pendelhubsäge (Stichsäge)
80er Schleifpapier
240er Schleifpapier
Lineal, Zollstock, Bleistift, Filzstift, alter Küchenschwamm, Leinentuch.

Bauanleitung:

Zuerst an allen Holzzuschnitten die Kanten gründlich schleifen. Diese können rasiermesserscharf bzw. mit Splittern versehen sein. Dazu das 80er Schleifpapier verwenden.

Zuschnitt des Styropors:

Benötigt werden folgende Teile:
• 2 Stück 50 cm x 60 cm = Boden und Deckel;
• 2 Stück 40 cm x 60 cm = Seitenteile;
• 2 Stück 50 cm x 50 cm = Front und Rückwand.
Nach Zusammenbau ergibt dies einen Innenraum von 40 x 40 x 60 cm (B x H x T).
Die Außenmaße betragen 50 x 50 x 70 cm.

Die gekauften Platten entsprechend ausmessen und auf der Ober- und Unterseite mit dem Filzstift markieren. Die Holzleisten an den Schnittlinien oben und unten anlegen und mit den Schraubzwingen befestigen. Das Cuttermesser an beiden Holzleisten anlegen und entlang der Leisten schneiden. Diese Vorgehensweise ergibt eine doch recht ebene Schnittkante, was bei 5 cm starker Materialstärke allerdings auch etwas Ehrgeiz erfordert.

[ externes Bild ]

Die Seitenteile an je einer Längsseite rechts und links dünn (!) mit wasserfestem Ponal bestreichen und auf die Bodenplatte aufbringen. Antrocknungszeit des Klebers: ca. 2 Stunden. Danach den Deckel analog aufbringen. Schlussendlich die Rückwand aufbringen.

(Natürlich kann hierbei auch einen Styroporkleber verwendet werden – wenn zur Hand. Ansonsten lohnt sich die Ausgabe für eine Mindermenge dieses überteuerten Klebers nicht).


Ausschnitt des Eingangs:

Der Eingang soll in 15 cm Höhe vom Erdboden liegen und zur linken Seitenwand verschoben sein. Die Plazierung auf der Styroporfrontplatte ergibt wie folgt:
Höhe: 2 cm Fußmatte, 1,2 cm Holz, 5 cm Styroporbodenplatte, 5 cm Fütterung der Kiste (Zeitungspapier und Stroh), 2 cm Einstiegskante. Mithin ist das Maß 11,8 cm ab Unterkante Styroporfrontplatte. Seite: 5 cm Styroporseitenteil, 3 cm Überstand. Mithin ist das Maß 8 cm ab Seitenkante Styroporfrontplatte.


[ externes Bild ]


Die Eingangs- bzw. Einstiegsgröße soll 16 cm breit und 19 cm hoch sein.
Den Eingang nun auf der Styroporfrontplatte (12 cm von unten, 8 cm von links) in der Größe
16 x 19 cm mit Filzstift markieren. Das Ganze auf der Unterseite wiederholen. Holzlatten anlegen, mit Schraubzwingen befestigen und schneiden.


Sicherung des Eingangs:


Beim Ein- bzw. Austeigen in/ aus der Kiste kann die Katze leicht aus dem Styropor einzelne Kügelchen ausbrechen und später verschlucken. Um dies zu verhindern, wird das Styropor im Eingangsbereich mit Leinen (oder ähnliches) gesichert bzw. aufgeklebt.
Aus dem Leinentuch 4 Streifen ausschneiden:
• 2 Stück 12 cm x 16 cm;
• 2 Stück 12 cm x 19 cm.
Die Leinenstreifen 2 cm breit mit wasserverdünntem Ponal tränken und außen (!) am Eingang umseitig aufkleben. Antrocknen lassen, nach innen einschlagen und hier analog ankleben. Nicht im Eingang selbst kleben (da das Ponal sehr hart wird, was eine Verletzungsgefahr für die Katze wäre).

Die Styroporfrontplatte noch nicht mit der Kiste verkleben. Das kommt erst später!

Holzbearbeitung:

An den Seitenteilen (72,6 cm x 50,0 cm) rechts und links (Schmalseiten) je drei Löcher für die Schrauben bohren. Abstand zum Rand = 6 mm.
Den 3 mm Bohrer verwenden. Die Bohrlöcher anschließend mit dem Fräskopf erweitern, sodass der Schraubenkopf bündig mit der Holzoberfläche abschließt. Falls kein Fräskopf zur Hand, den 6 mm Bohrer verwenden. Hier werden später die Senkkopfschrauben 3 x 25 verwendet.
Fräßkopf: rechts; Senkkopfschraube: unten:

[ externes Bild ]

Am Boden- und Deckelteil je 5 Bohrungen an den Längsseiten und je 4 Bohrungen an den Schmalseiten anbringen.

[ externes Bild ]

[ externes Bild ]

Vorgehensweise analog den Seitenteilen.

[ externes Bild ]

Nun die Seitenteile mit der unvollständigen Styroporkiste verkleben.

[ externes Bild ]

Etwas Ponal auf die Styroporseitenteile auftragen und Holz auflegen. Das Holz muss oben und unten bündig zum Styopor sein. An der Rückwand wird ein Überstand des Holzes von 12 – 13 mm benötigt, vorn von 6,2 – 6,3 cm. Ca. 4 Stunden trocknen lassen!
Nun das Bodenbrett anbringen. Dazu die Holzseitenteile satt mit Ponal bestreichen. Das Bodenbrett auflegen ; es sollte rundum bündig mit dem Seitenteil abschließen. Durch die bereits vorbereiteten
3 mm Bohrungen mit dem 2 mm Bohrer für die Schrauben vorbohren. In die Bohrlöcher je einen Tropfen Ponal) geben. Vorteil: Der Leim dreht sich mit der Schraube in das Bohrloch: erhöht die Festigkeit - und sichert die Schraube gegen Wasser. Erst die mittlere Schraube einsetzen, dann die Äußeren, dann den Rest. Wenn alle 10 Schrauben sitzen, den übergequollenen Leim mit einem feuchten Schwamm abwischen.
Mit dem Deckelbrett analog verfahren.
Dann die Rückwand einsetzen. Mit etwas Glück und vorherigem genauen Arbeiten sollte diese bündig abschließen. Verklebung/Verschraubung wie vorab beschrieben.

[ externes Bild ]

[ externes Bild ]

Die Kiste sollte jetzt bereits „bombenfest“ sein. Das Werk nun über Nacht - zur Austrocknung des Leims- ruhen lassen.

[ externes Bild ]

[ externes Bild ]

[ externes Bild ]

Zum Ausschnitt des Eingangs aus der Holzfrontplatte diese flach hinlegen und die Styroporfrontplatte bündig auflegen. Hierbei unbedingt oben - unten / rechts – links beachten!!! Mit dem Bleistift entlang der Styroporöffnung die Form auf dem Holz markieren. An zwei diagonal gegenüber-liegenden Ecken der so markierten Öffnung je eine 6 mm Bohrung anbringen. Mit der Pendelhubsäge die Öffnung aussägen. Anschließend gründlich nachschleifen. Erst mit dem 80er dann mit dem 240er Schleifpapier. Die Katze wird bei jedem Ein- und Ausstieg mit ihrem Körper immer an diesem Rand entlang schleifen, daher muss jede Verletzungsgefahr durch scharfe Kanten oder Splitter ausgeschlossen werden.
Die Styroporplatte, wie auch das Holz, einmal locker in die Kiste einbringen und den konformen Sitz des Einstiegs kontrollieren. Jetzt kann noch nachgearbeitet werden, falls es nicht passen sollte.
Wenn es passt, die Teile wieder entfernen. Das Frontseiten des Styropors in der Kiste dünn (!) mit Ponal bestreichen und die Styroporfrontplatte endgültig einsetzen.
Auf dem Styropor rund um den Eingang Ponal auftragen, sodass sich hier Holz und Styropor fest miteinander verbinden können. Holzplatte einsetzen, verkleben und verschrauben, wie vorher bereits beschrieben.


Das Vordach

Aus der 3 mm Sperrholzplatte drei Rechtecke ausschneiden
• 1 Stück 28 cm x 13 cm;
• 2 Stück 11 cm x 5 cm.
Die Rechtecke mit dem Bleistift auf dem Holz markieren. Lineal auflegen und entlang des Lineals mit dem Cuttermesser das Holz einritzen. Lineal entfernen und mit dem Messer 5 – 6 Mal kräftig nachschneiden. Den Vorgang auf der anderen Seite wiederholen. Falls das Holz noch nicht durchtrennt ist, kann man den Rest jetzt brechen und dann etwas nachschleifen.
Die beiden kleineren Rechtecke diagonal teilen. Dies ergibt 4 Dreiecke mit je einem ca. 65 Grad Winkel – der ideale Neigungsgrad eines Vordachs.

[ externes Bild ]

Alle Teile mit dem 80er Schleifpapier nacharbeiten. Eine Längsseite des Daches zusätzlich etwas abkanten, damit sich später beim Anleimen eine größere Auflagefläche ergibt.

[ externes Bild ]

Nun die Dreiecke auf einer ebenen Fläche an das Dach anleimen.

[ externes Bild ]

[ externes Bild ]


Nach 2 Stunden ist das Ponal soweit getrocknet, dass das Vordach über dem Eingang angeleimt werden kann. Die entsprechenden Dachkanten üppig mit Ponal bestreichen und mittig über dem Eingang anbringen, wobei die Unterkante der Dreiecke = Oberkante Eingang sind. Überquellenden Leim mit dem feuchten Schwamm abwischen.

Das größte Problem bei der Kiste ist die Wasserresistenz. Wasser beginnt sein zerstörerisches Werk immer an Kanten und Fugen; nur in Ausnahmefällen auf einer ebenen Fläche. Daher jetzt alle Kanten und Fugen nachkontrollieren. Sicherheitshalber nochmal Ponal in alle Fugen und Löcher verpressen.

Das Werk nun über Nacht - zur Austrocknung des Leims- ruhen lassen.

Der Anstrich


Hierbei kommt eine Wetterschutzfarbe, welche mit dem „blauen Engel“ versehen ist, zur Anwendung. Diese Farben sind zumeist mit Wasser verdünnbar. Das erleichtert die Verarbeitung, wenn man z.B. mal kleckert, als auch das Reinigen der Arbeitsgeräte.

Erster Anstrich

Hierzu ca. 150 ml Farbe in eine vorher gereinigte Konservendose/ in ein Konservenglas abfüllen. Dazu kann man z.B. die Saucenkelle aus der Küche verwenden. (ist restlos zu reinigen - „blauer Engel“). Die abgefüllte Farbe mit ca. 40 -50 % Wasser verdünnen. Je dünner eine Flüssigkeit, umso tiefer dringt sie in das Holz ein. Damit die Kiste streichen. Hierbei insbesondere die Kanten und Fugen beachten. Diese mehrfach streichen (Wasserresistenz!). Das gibt zwar zunächst deutliche Farbunterschiede, nach dem Deckanstrich ist davon aber nichts mehr zu sehen.
Den Pinsel anschließend mit Wasser und einem Tropfen Spülmittel reinigen.
Nach ca. 6 Stunden ist dieser Anstrich (bei Zimmertemperatur) getrocknet.
Das Holz fühlt sich jetzt sehr rau an. Durch den Kontakt mit der Flüssigkeit (Farbe) haben sich die Kapillarhärchen aufgestellt. Die Kiste leicht (!) mit 240er Schleifpapier abschleifen und anschließend den Schleifstaub mit einem feuchten Schwamm abwischen. Wirklich nur leicht abschleifen, da ansonsten zu viel Farbe abgekratzt wird und obendrein die Gefahr besteht, dass sich beim zweiten Anstrich wieder Härchen aufstellen.
Danach kann sofort der zweite Anstrich aufgebracht werden.

Zweiter und weitere Anstriche

Diese erfolgen unverdünnt. Die Farbe nicht zu dick auftragen. Mehrere dünne Anstriche sind haltbarer als ein dicker. Nach jedem Anstrich eine Trocknungszeit von 24 Stunden einplanen.
Nach dem finalen Anstrich sollte die Kiste mindesten 3 Tage stehen. Die Farbe dünstet solange aus, trotz „blauer Engel“. Für die Katze wirkt das sicherlich abschreckend.

Anbringen der Fußmatten:

Die Fußmatten dienen dazu, dass
• das Holz nicht direkt mit dem Boden in Kontakt gerät (sonst kann man zusehen, bis die ersten Pilze aus dem Holz wachsen);
• auch unter der Kiste ein gewisser Luftaustausch herrscht (hält das Holz trocken).
Die Kiste auf das Dach legen. Die Matten mit dem Bodenteil auf den Kistenboden legen und mit dem Cuttermesser passend schneiden. Diese Fußmatten bestehen aus einer sehr weichen Gummimischung und sind daher flexibel und leicht schneidbar.
Mit dem 2 mm Bohrer an der ersten Matte durch die Mattenstege, also durch das Gummi, bohren und das Holz leicht (!) anbohren. Die Matte zur Seite legen. An den markierten Stellen die Bohrlöcher auf 8 mm vertiefen. (bedenke: das Holz ist nur 1,2 cm stark). Dazu den Bohrer in 8 mm Höhe dick mit Tesafilm umwickeln. Jetzt kann man nur noch bis zum Tesa bohren.
In die durchbohrten Mattenstege die Flachkopfschrauben 3,5 x 25 mm einsetzen, bis die Spitze auf der anderen Seite herausschaut.
Die Matte ist 19 mm stark, die Schraube 25 mm lang, verbleiben also 6 mm. Das Gummi gibt beim Festschrauben etwas nach, also ist ein 8 mm Loch ausreichend.
Ponal in die Bohrlöcher des Holzes geben. Die Matte auflegen und hin und her wackeln, bis die Schraubenspitzen in den Bohrlöchern greifen. Festschrauben. Dabei das Gummi mit der Schraube etwas eindrücken. Die Kiste soll hinterher auf der Matte stehen, nicht auf den Schrauben.
Das Ganze mit der zweiten Matte analog durchführen.

[ externes Bild ]

[ externes Bild ]

[ externes Bild ]

[ externes Bild ]

[ externes Bild ]

[ externes Bild ]


Und hier noch ein Foto vom Eingangsbereich (Leinen), wie im Abschnitt „Sicherung des Eingangs“ beschrieben:

[ externes Bild ]

Zum Schluss wird die Box noch mit Zeitungspapier und anschließend mit Stroh (vom Bauern oder aus einer Zoohandlung, wie in diesem Falle) gefüllt.

[ externes Bild ]

[ externes Bild ]

Ein großes Dankeschön geht nicht nur an meinen Freund, der die Hauptarbeit dieses Projektes übernahm und die Umsetzung überhaupt ermöglichte, sondern auch an alle Forenmitglieder, die mit tollen Ideen und Tipps dazu beigetragen haben, dass diese schöne Streunerbox in der Form erst entstehen konnte!

Nun wünsche ich viel Spaß beim Nachbauen!

Für etwaige Rückmeldungen bitte folgenden Thread benutzen:

http://www.bergkatzen.de/viewtopic.php?f=117&t=2249


Vielen Dank!
Zuletzt geändert von Sabsi69 am So 7. Okt 2012, 18:06, insgesamt 1-mal geändert.

Gesperrt

Zurück zu „Tierschutz aktuell“