Katzen und Kinder

Hier können Katzen Anfänger ihre Fragen stellen und sich informieren ob sie mit ein oder zwei Katzen zusammen leben wollen.
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Rafael
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Re: Katzen und Kinder

#21

Beitrag von Rafael » Fr 5. Jul 2013, 23:04

Ich weiss nicht, diese Art von Geschichten, die so extrem auf die Traenendruese druecken, mag ich persoenlich einfach ueberhaupt nicht. Sie machen mich wuetend.

Das hat weniger damit zu tun, dass ich es nicht gut faende, dass man sich klar macht, dass Tiere Menschen in vielem ausgeliefert sind und Kinder ganz schoen grausam sein koennen. Das stimmt sicher, und es ist auch wichtig, sich das klar zu machen. Es ist aber die Art der Kommunikation in diesen Geschichten, hoch emotional, mit extremer Vermenschlichung von Tieren, extrem vereinfachten "Figuren" (der liebe Hund, der sich bemueht, sich zusammenzureissen, das gedankenlose kleine Kind, die vernachlaessgende Mutter)... all das bewirkt bei mir allerdings eher ein Aufstellen der Nackenhaare aus Ablehnung dieser Art von Emotionalisierung der Diskussion. Es wird sich einfach nur der Leserreaktion - Empathy mit dem leidenden Tier - bedient, ohne dass eine Diskussion darueber angestossen wird, wie idealerweise das Miteinander von Kindern und Tieren aussehen sollte.
Ich finde dem Nachdenken ueber die eigene Position zu so einer Frage, die ja wichtig ist und komplex, wird so nicht weiter gebracht, sondern nur ubersimpliziert.
Denn emotionalisierte Diskussionen zu theoretischen Punkten sind in der Regel schlechte Diskusionen, bzw. welche auf niedrigem Niveau.
Ein bisschen wie in Fabeln, eine einfach zu lehrende Moral, vestaendlich gemacht fuer die einfacheren Gemueter ohne Bildung, verfasst von einem, der sich die "Bildung moralischen Menschen" aufs Programm geschriebe hat. Nur Fabeln sind etwas weniger emotional verfasst meist.

Sorry, anderen wird es sicherlich anders gehen... meins ist es nicht. Das betrifft uebrigens nicht nur diese Geschichte. In der ganzen Debatte um Tiere und Leiden spielen diese Art der emotionen-schuerenden Argumente Beispiele und Geschichten eine grosse Rolle, was ich schlimm finde.
Sorry, das was jetzt ein bischen off topic...

Rafael

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Napfhelden
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Re: Katzen und Kinder

#22

Beitrag von Napfhelden » Sa 6. Jul 2013, 10:51

Lieber Rafael,

ich versteh den Einwand. Sehr gut sogar :)
Allerdings winde ich es auch wichtig, die "einfachen Gemüter" zu erreichen.
Wir sind hier in einem Forum, tauschen uns aus, sprechen, sehen und hören andere Erfahrungen. Ich will überhaupt nicht sagen, dass wir hier alle inteligenter sind als andere, sondern nur, dass in Foren die Art Menschen sind, die gern über so etwas nachdenken, diskutieren.
Andere tun das schlicht weg nicht. Hat auch wenig mit der Inteligenz zu tun ;) Aber gerade die erreicht man dann mit einfachen Geschichten. Wenn nur eine Familie etwas mehr nachdenkt durch diese Geschichte und ihre, vielleicht ähnliche Situation, ändert. Dann hat sich diese Emotionalität schon gelohnt, finde ich.
Nicht jeder Zweck heiligt die Mittel, aber dieses Mittel "schadet" ja nicht :)
Und davon ab stammt diese "Geschichte" aus FB, es war ein Posting. Da kann man mehr Text-Ebenen wohl nicht erwarten ;)
"Die kleinste Katze ist ein Meisterstück der Natur".
Leonardo da Vinci

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Rafael
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Re: Katzen und Kinder

#23

Beitrag von Rafael » Sa 6. Jul 2013, 14:33

Tja, diesen Optimismus teile ich einfach icht. Ich glaube nicht, dass irgend jemand angestossen durch solch eine Geschichte wirklich nachdenkt. Alles was passiert, ein ruehseliges Traene aus dem Auge druecken und sich deswegen gut fuehlen (und zwar zumeist diejenigen, die ohnehin Tiere nicht so behandeln wuerden).
Zu Verhaltesaenderungen bei denen, die man erreichen will, fuehrt so etwas eigentlich nie. Denn bewusste absichtliche und langfristige Verhaltensaenderug (um die es ja ginge), ruehrt aus Verstehen und Reflexion, Emotionalitaet dieser Art hindert eher die Auseinandersetzung.
Anders gesagt, es gibt einen Grund, warum in "richtigen Fabeln" diese hochemotionaliste Sprache vermieden wird und der Schreibstil relativ sachlich ist... Fabeln wollen genau das, Reflexion anregen, nicht emotional beruehren.
Aber wie gesagt, Leute sehen das verschieden (und das ist gut so). Meins ist es nicht, ich finde, es schadet tatsachlich der Sache. (Wobei ich gern zugebe, die Absicht dessen, der so etwas verfasst, mag ehrenwert sein.)

Rafael

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Re: Katzen und Kinder

#24

Beitrag von swenni » Fr 26. Jul 2013, 10:49

Diese Geschichte kannte ich schon, bin aber nicht darum herum gekommen sie noch einmal zu lesen und auch dieses Mal stehen mir die Tränen in den Augen und ich werde das mulmige Gefühl sicher den ganzen Tag nicht los werden.
Ich finde es nicht ungewöhnlich das solch eine Geschichte tatsächlich wahr ist.
Sowas ist grauenhaft. Leider sind viele Leute wirklich so. Sie achten nicht darauf was sich Tiere und Kinder tun können bzw. auf welche irren Ideen Kinder kommen können.
Dabei lieben die Tiere auch die Kinder, aber wehren sich zum Selbstschutz.

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Re: Katzen und Kinder

#25

Beitrag von elmo » Fr 26. Jul 2013, 11:06

Also ich finde die Geschichte einfach nur gruselig und Leute, die sich so etwas ausdenken ziemlich krank.
Dass dies so geschieht, das glaube ich nicht. Und falls doch, dann in Verhältnissen in denen kranke Menschen zusammenleben. Die sollten, wenn sie so daneben sind, eigentlich über eine Familienhilfe abgedeckt sein.

Was ich sagen möchte. Natrülich gibt es Menschen, die andere Menschen oder auch Tiere verletzten weil sie krank sind. Aber sich da dann solche Geschichten draus zu machen um sich ein wenig zu gruseln, das ist auch irgenwie krank.

Liebe Grüße
Andrea

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Re: Katzen und Kinder

#26

Beitrag von krummbein » Fr 26. Jul 2013, 11:23

Ja, Andrea, das stimmt schon, die Realität schreibt schon schlimme Räuberpistolen, die reichen mir eigentlich:
(gestern im Lokalteil der Ruhrnachrichten)
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/d ... 30,2072544

was aber nichts mit diesem Threadthema zu tun hat, ich weiß...

Liebe Grüße,
Susanne

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Re: Katzen und Kinder

#27

Beitrag von swenni » Fr 26. Jul 2013, 12:07

Aber elmo, warum sollte diese Geschichte nicht wahr sein?
Kinder machen unbeaufsichtigt manchmal schon recht unüberlegte Sachen und Menschen hinterfragen das Verhalten Ihrer Tiere nicht immer wirklich.
Das Tier hat immer einen Grund irgendwie zu handeln, aber die Menschen machen sich kaum die Mühe und gehen lieber den Weg des geringsten Widerstandes.
Ich kann mir schon vorstellen das es echt ist.

Wenn ich einen Typen sehen würde der ein Tier derart wie in den Nachrichten beschrieben, misshandelt könnte ich echt für nix garantieren :wut02:

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Re: Katzen und Kinder

#28

Beitrag von Rafael » Fr 26. Jul 2013, 14:49

Also ich finde die Geschichte einfach nur gruselig und Leute, die sich so etwas ausdenken ziemlich krank.
Geht mir genauso. Ich habe das dringende Beduerfnis den Verfasser dieses Machwerkes ... :smile pfanne:
Eine Geschichte zu schreiben (in diesem Stil noch dazu), damit der Leser ein wohliges Grusend erfindet, ist schon... irgendwie krank.

Rafael

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Re: Katzen und Kinder

#29

Beitrag von elmo » Sa 27. Jul 2013, 07:43

Hallo Susanne,
Ach, der hat vermutlich nur die Erziehungstipps des wunderbaren Hundetrainers (bekannt aus den Medien) Cesar Milan umgesetzt:
http://www.youtube.com/watch?v=Qh9YOyM2TAk

@Swenni: ich würde es mal so sagen. Ich habe noch kein Kind kennen gelernt, dass sich so verhalten würde. Das "Kinder können grausam sein" wird zwar viel erwähnt und zitiert aber sogar die wirklich gestörten, vernachlässigten und oftmals misshandelten Kinder die bei meiner Schwester "versorgt" werden quälen in der Regel keine Tiere - im Gegenteil (immer vorausgesetzt sie rasten nicht grade aus). Das es solche kranken Menschen (egal ob klein oder gross) gibt, das ist mir klar - aber die gehören in Behandlung und nicht in Geschichten über Tierelend.

Weiterhin kann ich mir keinen Hund vorstellen, der sich von einem Kind (!) mehr als einen Tacker ins Ohr knallen lassen würde ohne sich zu wehren.

Ich kann mir keine normal denkende Mutter vorstellen, die nicht in der Lage ist Tackernadeln zu sehen und zu erkennen was los war. Und auch hier gilt: wenn die Mutter nicht irgendwie krank ist, dann sollte sie hier die richtigen Schlüsse ziehen.

Und ich kann mir keinen Tierarzt vorstellen, der ein Hund in so einer Situation dann einschläfert.

Ehrlich gesagt, konnte ich mir bis zum Lesen dieser Geschichte nicht mal einen Menschen vorstellen, der sich so eine kranke Geschichte ausdenkt.

Liebe Grüße
Andera

@

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Re: Katzen und Kinder

#30

Beitrag von swenni » Mi 31. Jul 2013, 14:21

Klar, einerseits hast du schon recht und die Geschichte klingt übertrieben bzw. wurde übertrieben dargestellt.
Aber ich könnte mir zumindest vorstellen das sie so, oder so ähnlich, abgelaufen sein könnte.
Ein Hund wird nicht sofort schnappen, aber versuchen dem Ganzen aus dem Weg zu gehen. Auch Eltern sind nicht immer unbedingt rational und wollen oft die Wahrheit gar nicht wissen.

Um auf das Thema zurück zu kommen: man sollte auf jeden Fall als Züchter Menschen mit Kindern einige Tipps geben worauf zu achten ist.
Dabei könnte man auch die Punkte dieser Seite ranziehen: Regeln Kind und Katze
Wer das möchte kann sogar hier Flyer drucken kostenlos. Ich würde es zumindest begrüßen. oft sind es ja ganz einfache und auch logische Dinge die es zu beachten gilt.

PS: zum Thema Kind und Hund. Mein Neffe hat auch einfach aus der Kalten raus meinen Hund mit einer Schaufel über den Kopf geschlagen. Ich weiß nicht was er sich dabei gedacht hat und auch nicht ob er sich dessen so bewusst war - aber manchmal kann man so weit gar nicht denken. Da kann man daneben stehen und hat dennoch nicht die Möglichkeit schnell genug einzugreifen.

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