Diagnose Krebs bei der Katze

Tumore, Krebs, Geschwüre und gutartige Veränderungen bei Katzen
Christiane 57

Diagnose Krebs bei der Katze

#1

Beitragvon Christiane 57 » Di 17. Mai 2011, 07:34

Diagnose „Krebs“ bei der Katze

Auch wenn in der heutigen Zeit durch regelmässige Impfungen,Vorsorge und Behandlungsmöglichkeiten die Lebenserwartung deutlich gestiegen sind,wird die Diagnose denoch häufig gestellt.
Krebs ist häufig bei Haustieren und dies nimmt mit dem Alter zu. Krebs ist für etwa die Hälfte der Todesfälle von Tieren über 10 Jahre verantwortlich.
Leider ist die Ursache für die meisten Krebsarten nicht bekannt und Prävention ist daher schwierig.

Eine Therapie beim Tier unterscheidet sich deutlich von der beim Menschen, da hier neben der
Lebensverlängerung immer auch Erhalt sowie Wiederherstellung einer guten Lebensqualität
gleichberechtigte Priorität besitzt.
Eine sehr reduzierte Lebensqualität ,sowie ein längerer Klinikaufenthalt sollte nach Möglichkeit vermieden werden.

Wichtig zu wissen ist, dass es gutartige (benigne) und bösartige (maligne)
Tumoren gibt, die mit sehr unterschiedlichen Prognosen einher gehen können.

Zur Diagnostik

Welcher Tumor liegt vor ?(Gewebediagnose )
Bei malignen Tumoren: wie weit hat sich der Tumor ausgebreitet?(Bestimmung des Stadiums)


Zur Gewebediagnose ist eine Gewebebiopsie und die Beurteilung durch einen Pathologen notwendig.

Weiterführende Untersuchungen
(Blutuntersuchungen, Röntgen, Ultraschall, Endoskopie, Computertomographie, etc.) dienen der
Bestimmung des Tumorstadiums.

Bei der Mehrzahl handelt es sich um ältere Tiere ,sodass auch andere gesundheitliche Probleme ,unabhängig einer Krebserkrankung aufgetreten und abgeklärt werden müssen.

Einteilung von Tumoren

* Tumoren der Haut
* Tumoren der Milchdrüse (Mammatumoren)
* Tumoren des Magen-Darm-Traktes
* Tumoren der abdominalen Organe (Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse)
* Tumoren des Atmungstraktes
* Tumoren der Harnorgane
* Tumoren der Geschlechtsorgane
* Tumoren des Skeletts
* Tumoren des Nervensystems
* Tumoren der Augen
* Tumoren von Gehörkanal und Mittelohr
* Tumoren im blutbildenden System


Zur Verdeutlichung die Benennung von Tumoren:
Hier bezeichnet der Wortanfang das Ursprungsgewebe

* Adeno- für Drüsen
* Fibro- für Bindegewebe
* Osteo- für Knochen
* Chondro- für Knorpel
* Lipo- für Fett, etc.

Die Endung bezeichnet, ob gutartigen oder bösartigen Tumor

* -om für gutartige Tumoren
* -sarkom für bösartige Tumoren mesenchymalen Ursprungs (Stütz- und Bindegewebe)
* -karzinom für bösartige





Umwelt - Impfschemen,höhere Lebenserwartung führen dazu, dass Tumor-Erkrankungen in der Zukunft eine immer größer werdende Bedeutung haben werden.
Eine Therapie ist zum Glück meist möglich.

Gutartige Tumore
Nasopharyngealer Polyp
KLICK

Diese Polypen sind aus Schleimhaut aufgebaut ,im Rachen und Nase über dem Gaumensegel liegend.
Die meisten Polypen entstehen aus einer chronischen Infektion im Mittelohr.Es sind hier meist Katzen unter zwei Jahren betroffen
Es zeigen sich Symtome wie Schnupfen,Niesen -Schluckbeschwerden.Durch Röntgenaufnahmen lässt sich das Ausmaß der Erkrankung feststellen.
Die Behandlungsmöglichkeiten und der weitere Verlauf sind hierbei als gut einzustufen.


Schilddrüsen-Adenom
KLICK

Darunter sind "meist"gutartige Tumoren, die gerne ältere Katzen betreffen,zu verstehen.
Dies zeigt sich u.A durch vermehrten Appetit, Gewichtsverlust, Hyperaktivität .z.T Erbrechen.
Feststellbar durch Thyroxin-Konzentration im Blut


Thymom
KLICK

Thymome treten eher selten auf. (Thymus, ein Organ des Immunsystems, das im Brustkorb liegt).Diese sind meist gutartig ,wobei diese Art von Tumor sehr groß werden , daher im Brustkorb viel Platz einnehmen und so die Lunge verdrängen kann.Die Folge ist Atemnot
Behandlungsmöglichkeiten sind Chirurgie ,ebenso ist eine Strahlentherapie in Erwägung zu ziehen.




Bösartige Tumore
Lymphosarkom
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Das Lymphosarkom (LSA) gehört zu den häufigsten bösartigen Tumoren der Katze. Der grösste Teil dieser Tumore steht im Zusammenhang mit dem FeLV. Katzen die mit dem FIV infiziert sind, tragen ein sechsfach erhöhtes Risiko, an LSA zu erkranken. LSA entstehen aus Lymphozyten oder deren Vorstufen, einer Art weisser Blutzellen. Daher kann dieser Tumor überall dort vorkommen, wo es Lymphozyten hat, d. h. in praktisch allen Organen des Körpers.



Vakzine induziertes Sarkom und andere Weichteilsarkome
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Sarkome
sind Weichteiltumoren und die zweithäufigste Tumorform bei Katzen. Sie gelten als besonders bösartig, da sie über den Tumorrand hinaus weit in das umliegende Gewebe dringen.
Dies steht vor allem im Zusammenhang mit ihrem infiltrativen Wachstum, d. h. sie dringen sehr tief ins umliegende Gewebe ein. Sie metastasieren in ca. 20-30% der Fälle. Weichteilsarkome können spontan entstehen oder sie können mit einer vorausgegangenen Impfung (Tollwut-, FeLV-Impfung) zusammenhängen.
Vakzine assoziierte Sarkome entstehen an Stellen, an denen geimpft wurde, also vor allem zwischen den Schulterblättern. Diese Tumore können Monate bis Jahre nach der Impfung auftreten.


Plattenepithelkarzinom
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Plattenepithelkarzinom
machen einen grossen Anteil der Hauttumore aus. Diese Tumore kommen vor allem an unpigmentierten Stellen an den Ohren, Augenlidern und der Nase zum Vorschein. Das Fell an den befallenen Stellen ist meistens weiss. Sonneneinwirkung ist mitverantwortlich für die Entstehung des Tumors Solar-induzierte Plattenepithelkarzinome


Mammatumor

Mammatumor
KLICK
Ca. 80% der Mammatumore (d. h. Tumore an der Brust)bei der Katze sind bösartig, sehr aggressiv und metastasieren häufig. Lungenmetastasen sind häufig gegeben.
Sollten keine Metastasen vorliegen , ist eine radikale Entfernung die beste Lösung
Die Entfernung der ganzen Milchleiste inklusive Lymphknoten scheint die Überlebenschance zu verbessern.
Ebenso ist die Größe des Tumors von Bedeutung.
Patienten mit Tumoren, die kleiner als 8 cm sind, haben die längsten Überlebenszeiten. Chemotherapie wird ebenfalls eingesetzt, da die Metastasierungshäufigkeit so gross ist.

Christiane 57

Kryotherapie

#2

Beitragvon Christiane 57 » Sa 24. Dez 2011, 23:39

Behandlungsmöglichkeit

Kryotherapie

Mittels Kälte wird durch intrazelluläre Eiskristallisation das zu behandelnde Gewebe irreversibel zerstört (Kryonekrose). Es gibt 2 Möglichkeiten des Kryotherapieverfahrens:

1. durch Aufsprühen (Sprays)
2. mittels Kontaktverfahren

Beim Kontaktverfahren kann der Tumor gezielt und kontrollierter bis zum gewünschten Grad vereist werden.

Zu bedenken
Gelegentlich kommt es zu einer massiven Ödembildung und Exsudation bis zu 3 Wochen nach der Vereisung. Nach der Mumifikation folgt eine langsame Abstoßung der Nekrose mit Ausbildung einer meist depigmentierten Narbe und irreversibler Alopezie.

Vorteile: ambulante Behandlung, meist in einer Sitzung ausreichend, keine Blutungsgefahr, gut für chirurgisch schlecht zugängliche Bereiche, die Behandlung ist wiederholbar.

Hauptindikation:

Basaliome an schlecht zugänglichen Lokalisationen im Bereich der Nase, der Ohrmuschel und des Augenlids, oberflächliche Plattenepithelkarzinome, Morbus Bowen, perianale Tumoren (sehr gut geeignet).

KLICK

Plattenepithelkarzinom am Ohr einer Katze - kontrolliertes Einfrieren des Tumors
KLICK

KLICK
Nachfolgend onkologische Informationsblätter über die einzelnen Tumorarten zum Abruf als pdf-Dateien.

- Blasentumor
- Hämangiosarkom
- Lymphom
- Mastzelltumor
- Weichteilsarkom

Christiane 57

Re: Diagnose Krebs bei der Katze

#3

Beitragvon Christiane 57 » Di 27. Dez 2011, 15:31

Therapiemöglichkeiten


Abhängig von Ursprungsgewebe, Bösartigkeit und Ausdehnung des Tumors sollte im Gespräch mit dem Halter eine Entscheidung zur Therapie gefällt werden.. Wobei wie bereits angesprochen der allgemeine Gesundheitszustand des Tieres wichtig ist.

Bei großen Heilungschancen- wobei ein kurative Therapie gegeben ist,besteht die Möglichkeit Therapiemodalitäten ein zu setzen und einen genauen Zeitplan zu erstellen.

Tiere,bei denen die Heilung ihres Krebsleidens leider nicht möglich ist,wird ein palliativer Therapieplan erstellt,dieser zielt darauf ab eine möglichst Schmerz- und Symptom freie Zeit zu gewähren.
Hier geht es vor allem darum,die Lebensqualität zu erhalten.


Chirurgie

Bei Tumoren in frühen Stadien und geringem metastatischem Potenzial ist die operative Entfernung meist die Therapie der Wahl.
Die erste Operation bietet die beste Chance einer Heilung .

Strahlentherapie

Nach der Chirurgie ist die Strahlentherapie die zweit wichtigste Therapiemodalität bei der Behandlung bösartiger Tumoren. Für einige Tumor Arten bietet die Strahlentherapie die beste Therapieoption


Chemotherapie

Eine Chemotherapeutische Behandlung ist in Fällen indiziert, bei denen
der Tumor als außerordentlich Chemotherapie-empfindlich bekannt ist und/oder systemisch auftritt z.B malignes Lymphom.
Chemotherapeutika töten Zellen ab, die sich rasch teilen .
Hierbei können Nebenwirkungen auftreten.
Die Zellen des normalen Magen-Darm-Traktes erneuern sich sehr rasch und deshalb werden diese durch eine Chemotherapie auch bis zu einem gewissen Grad in Mitleidenschaft gezogen. Obwohl bei Tieren dieselben Medikamente eingesetzt werden wie bei Menschen, sind die Nebenwirkungen bedeutend geringer .

Bekannt sind leichte bis mittelgradige Nebenwirkungen wie vorübergehende Fressunlust oder leichtes Erbrechen und Durchfall .Hier kann durch Diät- Maßnahmen oder mit Medikamenten wie Antiemetika überbrückt werden.

Schwere Nebenwirkungen mit Fieber müssen mit Infusion und intravenösen Medikamenten behandelt werden, diese erfordern meist eine stationäre Aufnahme des Tieres.

Therapie aber auch Erkenntnisse aus alternativen Heilmethoden werden bei der Behandlung von Krebs beim Tier eingesetzt.

Hier ist eine offene Kommunikation zwischen den behandelnden Tierärzten wichtig, um gemeinsam das gesteckte Ziel nach Heilung oder Linderung zu erreichen .


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