Zurück aus Kuba

Aktivitäten des Menschen - darauf abzielend den Tieren ein artgerechtes Leben zu ermöglichen
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Rainerchen
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Zurück aus Kuba

#1

Beitrag von Rainerchen » Mo 2. Feb 2015, 00:10

Hallo, ich und meine Familie sind gerade zurück aus Kuba. Wir hofften auf einen mehr oder weniger ungetrübten Urlaub, sind aber erschüttert, was wir beobachten mussten.

Die letzten vier Tage verbrachten wir in einem dieser all-inclusive-Resorts, wogegen im Prinzip nicht einzuwenden war. Als grosse Katzenfreunde freuten wir uns über die vielen Katzen, die überall anzutreffen waren und die sehr sauber und gesund aussahen. Sie waren absolut zutraulich und zeigten ein ganz natürliches Verhalten. Deshalb nahmen wir an, dass sie in dem Resort nicht nur geduldet sondern auch versorgt werden.

Als aus einem Servicefahrzeug zwei Katzen vor unserem Bugalow etwas zugeworfen wurde, dachten wir deshalb, dass es sich um Futter handelt, mussten aber sehr bald die bittere Wahrheit erkennen: eine Katze verendete nach ca. 2 Stunden vor unseren Augen kläglich und die andere Katze bleib verschwunden :cry: .

Wir fragen uns nun, was man gegen solche Zustände tun kann und wie man insbesondere eine Änderung in diesem Resort bewirken/erzwingen kann.

Wir spenden regelmäßig für den Tierschutz in Griechenland (und auch in Deutschland), wo es zumindest Tierärzte gibt, die helfen können, das Problem der Katzenüberpopulation durch Kastration/Sterilisierung in Grenzen zu halten.

Was kann man tun :? Uns hat es den Urlaub und weitere Lust auf Kuba jedenfalls gründlich verdorben!!!

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Re: Zurück aus Kuba

#2

Beitrag von Joyce&Luna » Mo 2. Feb 2015, 00:26

Hallo Rainer

Erst einmal Herzlich :willkommen

Was du mit deiner Familie im Urlaub erlebt habt, ist für alle Katzenliebhaber grausam, aber leider im Ausland an der Tagesordnung.
Die Katzen und auch Hunde werden dort zwar toleriert, aber auch nur weil die Touristen auf die Tiere abfahren.
Geht die Feriensaison zu ende,sterben auch viele Katzen und Hunde.
Anstatt die Tiere zu kastrieren, werden sie entweder eingefangen und getötet oder eben vergiftet. So ist leider die Realität.
In der Hauptsaison, füttern viele Touristen die Katzen, die kleinsten unter ihnen lernen erst gar nicht wie man richtig jagt und wenn der Winter kommt, sterben sie. Nur die gelernt haben wie man auch im Winter überlebt, schaffen auch älter zu werden.

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Neues aus Kuba

#3

Beitrag von Rainerchen » Mo 2. Feb 2015, 11:37

Guten Morgen, Anke!

Die Katzen in diesem Resort schienen ganz gute Überlebenschancen zu haben, auch ohne die Fütterung durch die Touristen, die dort aber ganzjährig sind (die Saison auf Kuba geht 12 Monate ohne Unterbrechung, ich schätze jede Woche 100-200 neue Gäste!).

Es waren viele ältere Katzen und einige kleine (vielleicht 6 Monate bis 1 Jahr). Da das ganze Resort von weitem Buschland umgeben ist, haben die Katzen auch gejagt, Vögel, Gekkos, Insekten!

Ich hatte den Eindruck, dass man auf diese grausame Weise von Zeit zu Zeit die Anzahl der Katzen reduziert, entweder auf Anweisung oder die Tat eines Katzenhassers. Das möchte ich herausfinden und wenn möglich ändern, weiss nur noch nicht wie! PETA schient ja auch nicht die richtige Adresse zu sein, was man so liest und hört. Das Resort gehört übrigens zur internationalen Melia-Gruppe, also kein kleiner Laden, und die sollten schon auf ihren Ruf achten.

Ich habe auch an Rafael im Forum "Tierschutz aktuell/Spanky-Project in Kuba" geschrieben, der offensichtlich detailierte Kenntnisse von der Situation in Kuba hat, habe aber noch keine Antwort.

Ich möchte mich gerne über ähnlich Vorkommnisse und erfolgversprechende Vorgehensweisen austauschen. Ich weiss, dass ich nicht die ganze Welt verändern kann, aber nur eine verschonte Katze ist die Mühe wert!

Im Resort habe ich ein Feedback hinterlassen, mit einigen deutlichen Kommentaren, vermute jedoch, dass nichts passieren wird. Eine Maßnahme wäre eine Bewertung des Resorts, z.B. im Tripadvisor. Vorher möchte ich aber noch einmal das Management anschreiben.

Liebe Anke, wie kann ich Beiträge in dem Forum Tieschutz aktuell posten???

Danke für Deine Hilfe, Rainer

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Re: Zurück aus Kuba

#4

Beitrag von Joyce&Luna » Mo 2. Feb 2015, 11:58

Hallo Rainer werde dein Posting dort hin schieben und du kannst ab jetzt auch überall schreiben.

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Re: Zurück aus Kuba

#5

Beitrag von Rafael » Mo 2. Feb 2015, 15:35

Ich schreibe es mal hierher. Spezialist bin ich mitnichten, und ich war noch nie in Kuba. Mein Katzentierarzt ist aktiv in dieser Organisation, die sich auf Kuba spezialisiert hat. Er fliegt auf eigene Kosten mehrfach im Jahr nach Kuba, um zu kostenlos sozusagen am Fliessband zu kastrieren (Streuner, aber auch Haustiere) und kranke Tiere zu behandeln, aber vor allem um die Ausbildung angehender Tierarzte von dort zu verbessern. Sie bringen Medikament, Tierarzt Lehrbuecher, Computer, halten Workhops ab, wie man Katzen und Hunde kastriert. Wie operiert, usw. Die Idee ist, den Kubanern zu helfen, die Situation irgendwann selbst zu verbessern, und nicht fuer immer auf Hilfe vom Ausland angewiesen zu sein. Meines Wissens haben sie sich erst inmal auf Havanna konzentriert, und von dort aus ins Umland .. und haben einen Schwerpunkt in der Vet Uni. Die Resorts fuer Touris hat das vermutlich noch nicht erreicht.

Ich kann also nur weitergeben, was er mir erzaehlt hat: Kuba ist ein sehr armes Land wie wir alle wissen, und als letztes sozialistische Land seit Jahrzehnten abgeschnitten von den USA, ihren maechtigen Nachbarn... darunter leidet die Wirtschaft, aber auch Ausbildungsmoeglichkeiten. Tieraerzte koennen nicht kastrieren, es fehlen Lehrbuecher, Lehrer usw. wie man es macht. Und so etwas lernt man eben nicht in einem online-Kurs, vom fehlenden Laptop mal abgesehen. Es gibt unzahlige Streuner, und die vermehren sich, das Leid muss fuerchterlich sein. Dazu kommen die Haustiere, die auch nicht kastriert sind, weil es weder Moeglichkeiten noch - wenn ersteres Vorhanden - Mittel der Tierhalter gibt, das zu bezahlen.
Anders gesagt, die Kubaner koennen nicht viel tun.

Das von Dir beschriebene Vergiften ist fuerchterlich, aber verstehen kann ich es schon, wenn man dann irgendwann irgendwie versucht, die Population zu dezimieren. Wenn gerade in dem Resort, wie Du schreibst, so viele Katzen sind, weil die Touris sie fuettern, dann werden sie sich dort wie wird vermehren... und das geht nur bis zu einem gewissen Grad, bevor es unzumutbar wird fuer alle. Das soll nicht heissen, dass ich es in Ordnung finde, die Denke dahinter verstehen kann ich schon. Das ist der Grund, warum das Projekt ins Leben gerufen wurde, um genau da gegen etwas zu unternehmen.

Hier ist der link, es ist ein kanadisches Projekt (US-Buerger duerfen auch gar nicht nach Kuba einreisen, aber Kanadier):
http://www.spankyproject.org/Spanky_Pro ... lcome.html
http://spankyproject.blogspot.ca/

Falls Du facebook machst, da haben sie ebenfalls eine Seite:
https://www.facebook.com/groups/102550519780743/

Die freuen sich ueber Sach- und Geldspenden jeder Art.. und alles geht ans Ziel (es geht nichts fuer Verwaltung usw. verloren). Das Problem ist, die Sachen ins Land zu schaffen... fuer Deutsche ist damit vermutlich eine Sachspende das Machbarste. Das kannst Du online machen.

Rafael

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Re: Zurück aus Kuba

#6

Beitrag von Rainerchen » Mo 2. Feb 2015, 16:47

Hallo Rafael, ich habe mich mal durch die Links geklickt, danke für Deine ausführliche Auskunft!

Da ich in nächster Zeit nicht nach Kuba kommen werde, ist wahrscheinlich eine Geldspende an Canadian Registered Charity, Stichwort Spanky-Project die beste Möglichkeit (Du schreibst: ..fuer Deutsche ist damit vermutlich eine Sachspende das Machbarste...?), etwas für den Tierschutz in Kuba zu tun. Ich werde mich mal mit der Organisation in Verbindung setzen.

Unabhängig davon werde ich mal versuchen, ob man auf Melia Cuba Hotels and Resorts irgendwie Druck ausüben kann. Auch die sollten mindestens ein paar CUCs für den Tierschutz übrig haben.

Ich werde dran bleiben und weiter berichten...

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Re: Zurück aus Kuba

#7

Beitrag von Rafael » Mo 2. Feb 2015, 16:55

sorry, ich meinte Geldspende, nicht Sachspende...

Doe blogsete ist ein wenig unuebersichtlich, hier ist eine zusammenfassende Vorstellung des Projektes (von 2012), in englisch allerdings.
https://www.youtube.com/watch?v=YrApKMJQ2yI

Rafael

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Re: Zurück aus Kuba

#8

Beitrag von Joyce&Luna » Mo 2. Feb 2015, 20:47

Ich verstehe nicht, warum die Länder das ganze nicht in den Griff bekommen und lieber die Tiere vergiften, erschlagen oder wer weiß was mit machen.
Dabei gibt es andere Alternativen, aber das ist denen zu umständlich.

Die Hauptspenden kommen aus Deutschland, warum wohl?

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Re: Zurück aus Kuba

#9

Beitrag von Rafael » Mo 2. Feb 2015, 22:05

Die Hauptspener fuer das Spanky Projekt kommen aus Deutschland? Wo hast Du das denn gefunden. das kann ich mir schwer vorstellen irgendwie...

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Re: Zurück aus Kuba

#10

Beitrag von Joyce&Luna » Mo 2. Feb 2015, 23:11

Natürlich gibt es da noch andere, aber Deutschland ist allgemein bekannt für alles mögliche zu Spenden. Das es noch andere geben, die viel Spenden, dass ist mir schon klar.
Stand nirgends Rafael, wie es mit anderen Länder aussieht weiß ich natürlich nicht.

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