Tierheimkatzen: was ist zu beachten?

Hier können Katzen Anfänger ihre Fragen stellen und sich informieren ob sie mit ein oder zwei Katzen zusammen leben wollen.
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Sabsi69
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Tierheimkatzen: was ist zu beachten?

#1

Beitrag von Sabsi69 » Di 12. Mai 2015, 21:05

Liebe Foris,

in diesem Thread soll thematisiert werden, welche Kriterien bei der Anschaffung eines Tieres aus dem Tierheim zu beachten sind.

Hier wurde dieses Thema bereits Ende April/ Anfang Mai angeschnitten:

http://www.bergkatzen.de/katzen-sonstig ... 2-450.html

Was haltet ihr für wichtig? Worauf sollte man achten? Möchtet ihr von euren Erfahrungen berichten?

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Sunny73
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Re: Tierheimkatzen: was ist zu beachten?

#2

Beitrag von Sunny73 » So 17. Mai 2015, 14:12

Vorab: Ich hab noch kein Tier aus dem Heim geholt (nur kurz davor abgefangen).

Also für mich wäre wichtig:
-Welche Tests sind gemacht worden
-ist das Tier geimpft
-ist das Tier kastriert
-welche Eigenschaften hat es bisher gezeigt
-ist es verträglich mit andern Tieren/welchen
Bild
Coco 3.4.02-14.7.17
wollenochmehrguckemietze?

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elmo
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Re: Tierheimkatzen: was ist zu beachten?

#3

Beitrag von elmo » So 17. Mai 2015, 19:24

Hallo,

ich persönlich finde, so wie man sich den Züchter genau anschauen sollte von dem man ein Tier kauft, so sollte man sich auch das Tierheim kritisch ansehen, von dem man ein Tier nimmt.

Werden die Tiere in Gruppen gehalten und vor der Gruppenhaltung in Quarantäne gesetzt und auf ansteckende Katzenkrankheiten getestet?

Werden Jungtiere bei ihren Müttern belassen bis sie mindestens 12 Wochen alt sind?

Werden die Tiere gut beobachtet und einigermassen gut beschrieben (wobei das sich sehr ändern kann bei einem Umzug habe ich festgestellt)?

Machen die Tierheimleute einen "organisierten" Eindruck, sind die Katzen gepflegt, scheint die Einrichtung zweckmässig oder nur "niedlich"?

Werden nur kastrierte Tiere abgegeben (bzw. Jungtiere mit Kastrationsgutschein)?

Wird ein ordentlicher Schutzvertrag gemacht?

Wenn diese Punkte (vor allem der erste) OK sind, dann wäre für mich so ein Tierheim OK, sonst würde ich in den Nachbarstädten schauen oder mich erkundigen, ob es eine Katzenhilfe im Ort gibt (das passiert schon mal häufiger wenn die Tierheime so "schludern").

Und was auch noch wichtig ist: eine erwachsene Tierheimkatze hat immer ein unbekanntes Vorleben (die Ausnahmen sind hier nur Abgabetiere und Kitten die dort geboren wurden). Das kann vollkommen unproblematisch sein, aber es kann eben im schlimmsten Fall das Gegenteil eintreffen. Dagegen sollte man sich nicht wappnen indem man sich ein "Rückgaberecht" einberaumt sondern indem man sich vorher gut überlegt ob man wirklich mit einem Tier, das eventuell agressiv gegenüber Artgenossen oder Menschen oder extrem ängstlich oder sonstwie komisch ist die nächsten Jahre (Jahrzehnte mit etwas Glück) verbringen möchte.

Liebe Grüße
Andrea

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Kami
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Re: Tierheimkatzen: was ist zu beachten?

#4

Beitrag von Kami » Do 5. Okt 2017, 18:05

Hallo!

Unsere ersten Katzen haben wir vor dem TH bewahrt, die nächsten (ab Kami) nur vom TH. Denn mein/unser Ziel war es, einer emotional geschädigten Katze ein restliches schönes Leben zu verbringen - egal wie alt.

Kami hatte Ataxie und war nicht zu vergesellschaften. Ob es an seiner Erkrankung lag oder ob er oder die anderen Katzen nicht miteinander konnten, vergaß ich zu fragen. Er war in einem "Kämmerlein". Ca. 1 m2. Mich schockte das erst, aber in der Unterhaltung erfuhr ich, wenn die Besuchszeit vorbei ist und jmd. in der "Katzenabteilung" tätig war, wurde er rausgelassen und lediglich in die anderen Zimmer nicht durfte. Wg. seiner Ataxie war das kein Problem, weil er eh Schwierigkeiten beim Gehen hatte. Will sagen:
  • Ob auf die Bedürfnisse von einem Tier eingegangen werden kann. Wird sie aus irgendwelchen Umständen in einer Box, kleineren Käfig oder Kämmerchen gehalten: bekommt sie trotzdem genügend Auslauf?
  • Wer in die Krankenstation rein sehen kann: ist es dort aufgeräumt und sieht es sauber aus?
Außerdem:
  • Werden die Katzen gechipt und/oder tätowiert abgegeben?
Zur Entscheidung, welche Katze man wählt, auch noch paar Tipps:

Will ich eine Katze - ob alt oder jung - die aktiv ist? Dann nach einer Sitzmöglichkeit suchen, welche Katze herkommt. Und das evtl. mehrere Tage. Also einer Katze die Möglichkeit geben, sich selbst den Menschen auswählen lassen.

Will ich einer verstörten Katze das Leben erleichtern? Dann sind es nicht unbedingt die Katzen, die munter herumspringen oder gar gleich herkommen, sondern eher die, die sich versteckt halten. Ausserdem in Erfahrung bringen, was das TH über die Vorgeschichte weiß, wie lange sie schon im TH ist, welche Charakterzüge konnten überhaupt festgestellt werden (falls sie sich nur versteckt). Da kann es sein, dass die Katze zu ihrem Glück gezwungen werden muss und es Minuten brauchen, bis sie eingefangen werden können.

Dabei muss man erst recht im Sinn bewahren: es kann sein, dass sie lange - evtl. Jahre - braucht bis sie auf einen zukommt, Augenkontakt pflegt, einen Maunzerer hört oder gar streicheln lässt. Auch kann es sein, dass sie aggressiv ist oder womöglich bleibt. Es ist praktisch das Überraschungspaket pur. Können genug Versteckmöglichkeiten - am besten in jedem Zimmer, wo sie rein darf - eingerichtet werden?

So kann man durch das Verschieben der Möbel Möglichkeiten bieten, die nicht wirklich auffallen: Kommode, Schreibtisch, an der Wand stehende Couch oder ähnliches ein Stück von der Wand weg ziehen, dass sie dahinter rein passt - ihre Figur berücksichtigen; handelt es sich um einen großen Schrank, ihn evtl an der Wand sichern. Ist es möglich, dass sie unter das Bett kann? Kann an einer (unauffälligen) Stelle bei den Unterschränken in der Küche ein Stück der Verblendung entfernt werden, dass sie die Möglichkeit hat, sich unter dem Schrank aufzuhalten?

An einer oder mehreren Stellen, wo der "Katzengang" ist, einen größeren Karton stellen oder wenn sie von hinten in einen Schrank kann dort ein "Bettchen" einrichten. Bei einem Karton können Löcher eingeschnitten werden, dass die Katze alles beobachten kann. Wobei aber ein "Bettchen" völlig geschützt - also ohne Löcher - da sein sollte. Genial sind auch Bücherregale: am untersten Bereich Bücher hinstellen, die man so weit vorziehen kann, dass dahinter eine Katze Platz hat. Wenn sich an einem Eck an der Wand hinter dem Regal noch ein Bettchen/Decke passt, wäre das auch ideal.

Katzen können in der Angst auch sehr extrem reagieren, wenn sie z.B. über mehrere Tage nichts fressen, nichts saufen, nicht ihr Geschäft machen. Dann, bevor man ins Bett geht, neben den Stellen, wo Katze rauskommen kann, ein Schälchen mit Tro- und/oder Nassfutter u einem Schälchen Wasser hinstellen. Womöglich auch einen Karton mit Katzenstreu, dass sie ihre buchstäbliche "Not"-Durft hinterlassen kann. Dabei kann man rausfinden, wo sie sich am meisten aufhält. Und dann immer weniger Zimmer diese Möglichkeit geben, bis nur noch das/die Zimmer übrigbleiben, wo dann das Klo und Futter stehen soll. Diese extreme Maßnahme kann bei besonders extremen Fehlverhalten angewandt werden.

Und: viiieeeel Geduld und Liebe, bis das Mäuschen kommt und kommen lassen - nicht auf sie stürzen.

LG, Manuela
- Minka I. *1991 +1992 (Nierenversagen)
- Minka II *1992 verm. Sommer 1994
- Schecki *1994 verm. Aug. 1997
- Prinzess *1994 +2003 (Autounfall)
- Sissi *1994 +13.02.2012 (Tumor)
- Kami *Herbst 2011 +27.08.2014 (Status epilepticus)
- Sina *02.10.2014
- Toffy *4/2016

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